Eon/RWE

Innogy-Vorstand erhielt 26,4 Millionen Euro Entschädigung

Eon hat übernommen, die Vorstandsmitglieder der früheren RWE-Tochter Innogy sind gegangen: Hans Bünting, Uwe Tigges, Hildegard Müller und Martin Herrmann (von links, hier im März 2018) erhielten millionenschwere Entschädigungen.

Eon hat übernommen, die Vorstandsmitglieder der früheren RWE-Tochter Innogy sind gegangen: Hans Bünting, Uwe Tigges, Hildegard Müller und Martin Herrmann (von links, hier im März 2018) erhielten millionenschwere Entschädigungen.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Essen.  Zum Abschied haben die Vorstände des Essener Energiekonzerns Innogy Entschädigungen in Höhe von insgesamt 26,4 Millionen Euro erhalten.

Zum Abschied vom Essener Energiekonzern Innogy haben die Vorstandsmitglieder millionenschwere Abfindungen erhalten. Das geht aus dem nun veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Demnach hat der frühere Innogy-Vorstandschef Uwe Tigges allein schon rund fünf Millionen Euro bekommen. Knapp sechs Millionen Euro flossen an die heutige Chefin des Automobilverbands, Hildegard Müller, die bei Innogy bis Oktober vergangenen Jahres für das Netzgeschäft zuständig war. Insgesamt wurden fünf Vorstandsmitglieder beim Ausscheiden aus dem Unternehmen mit 26,4 Millionen Euro bedacht.

Der frühere Innogy-Personalvorstand Arno Hahn erhielt dem Geschäftsbericht zufolge rund 3,55 Millionen Euro. Beim ehemals für das Ökostrom-Geschäft zuständigen Manager Hans Bünting waren es rund 5,9 Millionen Euro – ebenso wie bei Ex-Vertriebsvorstand Martin Hermann. Im Geschäftsbericht ist von einer „Entschädigung für die vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit und der Dienstverträge“ die Rede. Damit seien alle vertraglichen Ansprüche der Manager auf feste Jahresgehälter, Versorgungsentgelte, Tantiemen und Aktienanreizprogramme sowie einen Dienstwagen abgegolten.

Lediglich Innogy-Finanzvorstand Günther ist im Amt geblieben

Uwe Tigges und seine vier Vorstandskollegen standen bis zum 10. Oktober vergangenen Jahres an der Spitze der ehemaligen RWE-Tochterfirma Innogy, die vom Essener Nachbarkonzern Eon übernommen und zerschlagen worden ist. Von der alten Innogy-Vorstandsriege ist nach der Übernahme durch Eon lediglich der langjährige Finanzvorstand Bernhard Günther im Amt geblieben.

Zusätzlich zur Entschädigung haben die Innogy-Vorstände auch die Vergütungen, Versorgungszahlungen und Aktien für ihre Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr erhalten. Dem ausgeschiedenen Innogy-Chef Tigges flossen so rund 4,9 Millionen Euro zu, wie aus der Bilanz hervorgeht. Bei Hildegard Müller beispielsweise waren es knapp 3,6 Millionen Euro, zu der noch die Entschädigung hinzukam. Personalvorstand Arno Hahn, früher Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Innogy, erhielt laut Geschäftsbericht rund 2,1 Millionen Euro.

Der langjährige Personalvorstand Tigges, der ebenfalls in früheren Jahren Betriebsratschef war, hatte die Konzernführung von Innogy überraschend übernommen, als Ende 2017 der damalige Vorstandsvorsitzende Peter Terium Knall auf Fall seinen Posten räumen musste.

Eon-Chef Teyssen führt nun auch Innogy-Aufsichtsrat

Die beiden Essener Energiekonzerne Eon und RWE haben vor einigen Monaten in einem historischen Deal die Geschäfte von Innogy unter sich aufgeteilt. Eon erhält dabei das Netz- und das Endkundengeschäft, RWE konzentriert sich auf die Stromproduktion, nun verstärkt mit erneuerbaren Energien. Im Geschäftsbericht von Innogy präsentiert diesmal Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen als Vorsitzender des Innogy-Aufsichtsrats seinen Lagebericht.

Das Unternehmen erwirtschaftete demnach ein bereinigtes Betriebsergebnis von rund 1,6 Milliarden Euro, rund 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor allem Probleme im britischen Geschäft machten Innogy zu schaffen.

Die Belegschaft von Innogy ist erheblich geschrumpft. Ende vergangenen Jahres hatte das Unternehmen konzernweit noch rund 34.500 Vollzeitstellen – ein Rückgang um etwa 2850 Jobs. Ein wesentlicher Faktor sei dabei der Verkauf des tschechischen Gasnetzgeschäfts, betonte das Unternehmen. Eon hatte im März 2018 angekündigt, bis zu 5000 der rund 70.000 Arbeitsplätze im Konzern im Zuge der Eingliederung von Innogy abzubauen.

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