Einzelhandel

Kaufland verbessert Angebot für Übernahme von Real

Metro will Real verkaufen. Ins Rennen kommt neue Spannung.

Metro will Real verkaufen. Ins Rennen kommt neue Spannung.

Foto: Oliver Berg / dpa

Essen.  Im Rennen um die Real-Märkte hat ein Konsortium um Kaufland sein Angebot verbessert. Dabei verhandelt die Mutter Metro mit anderen Investoren.

In die Verhandlungen um den Verkauf der SB-Warenhauskette Real kommt neue Bewegung. Obwohl der Düsseldorfer Mutterkonzern Metro vor Wochen „exklusive Verhandlungen“ mit dem Immobilien-Investor Redos angekündigt hatte, legte ein Konsortium um die Handelskette Kaufland am Donnerstag ein „verbessertes Angebot“ vor.

Die Unternehmen x+bricks und die SCP Group teilten mit, dass mit ihrem Angebot der Metro ein „Gesamt-Mittelzufluss von deutlich über einer halben Milliarde Euro“ sicher sei. Den Real-Rivalen Kaufland, der wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, bezeichnen die Investoren als „exklusiven strategischen Partner des Konsortiums“, der das neue Angebot „vollumfänglich“ unterstütze.

Neue Lage nach Übernahmeangebot des Milliardärs Kretinsky

Die Bieter werfen ihren Hut erneut in den Ring, weil sich durch das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky für die Metro „die Bedingungen“ für den Handelskonzern verändert hätten. „Wir sind überzeugt, dass unser verbessertes Angebot deutlich attraktiver für die Metro AG und ihre Aktionäre sowie für Real und die Real-Belegschaft ist, als das Angebot der anderen Bieter“, erklären die Chefs der SCP Group, Marjorie Brabet-Friel, und von x-Bricks, Sascha Wilhelm.

Derweil sagte Oliver Herrmann, Chef der Redos-Gruppe, der „Wirtschaftswoche“, er sei bei den Verhandlungen mit der Metro „auf einem guten Weg“. Die Gespräche bräuchten aber noch Zeit. Es gehe darum, „für möglichst viele der rund 280 Real-Märkte eine Lösung zu finden“. Nach seinen Vorstellungen soll nur ein Teil der Real-Filialen von Redos und Metro direkt weitergeführt werden. Metro will in der neuen Firma vertreten bleiben. Nach Herrmanns Angaben sollen einige Filialen geschlossen und andere an Wettbewerber weiterverkauft werden. „Das hat durchaus Ähnlichkeit mit einem komplexen Puzzlespiel“, sagte Hermann. Er spreche „mit allen wichtigen Marktteilnehmern“ über Real-Standorte. Parallel werden mögliche Standortabgaben mit dem Bundeskartellamt erörtert. „Schritt für Schritt geht es voran“, so Hermann.

Metro bleibt bei exklusiven Verhandlungen mit Redos

Dem pflichtete auch die Metro bei. Eine Metro-Sprecherin bestätigte den Eingang des neuen Angebots von x+bricks, betonte aber, mit Redos „eine Exklusivitätsvereinbarung geschlossen“ zu haben, „weil Redos das wirtschaftlich attraktivste Angebot vorgelegt hat“. Auch im Hinblick auf die Prüfung durch die Wettbewerbshüter biete es „die höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit“. Das Unternehmen sei davon überzeugt, dass ein Verkauf an Redos „im besten Interesse unserer Aktionäre, aber auch im Interesse von Real und seiner Mitarbeiter“ sei.

Real ist in die roten Zahlen gerutscht

Metro-Chef Olaf Koch will sich von der Kette mit einem Jahresumsatz von mehr als sieben Milliarden Euro trennen, um den Konzern vollends auf das Geschäft rund um die Großmärkte zu konzentrieren. Die kriselnde Kette, die zuletzt in die roten Zahlen gerutscht war, betreibt 278 Märkte. Als besonders attraktiv gelten die rund rund 65 Immobilien, die sich im Konzernbesitz befinden. Ihr Wert wird auf rund 900.000 Euro geschätzt.

Im Sinne der rund 34.000 Mitarbeiter warnt die Gewerkschaft Verdi vor einer Zerschlagung von Real. Das Unternehmen ist bereits aus dem Flächentarifvertrag ausgestiegen. Für neu eingestellte Beschäftigte gelten schlechtere Bedingungen.

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