Personalmangel

Kötter-Betriebsrat in „Sorge um Sicherheit an Bord“

Verdi-Sekretär Özay Tarim sprach gestern bei einer Kötter-Betriebsversammlung am Flughafen Düsseldorf.

Verdi-Sekretär Özay Tarim sprach gestern bei einer Kötter-Betriebsversammlung am Flughafen Düsseldorf.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Mitarbeiter des Essener Sicherheitsdiensts Kötter beklagen Personalmangel bei Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mitarbeiter des privaten Essener Sicherheitsdienstleisters Kötter haben am Mittwoch Alarm geschlagen: Wegen des seit Wochen anhaltenden Personalmangels an den Kontrollstationen des Düsseldorfer Flughafens könne die Sicherheit an Bord nicht mehr gewährleistet werden, betonten Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi. Kötter wies die Befürchtungen dagegen zurück.

Um sich vor rechtlichen Folgen abzusichern, haben die Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung sogenannte Überlastungsanzeigen eingereicht. Mit diesem Instrument aus dem Arbeitsschutzgesetz machen sie deutlich, dass sie keine Haftung für die Zustände mehr übernehmen können. „Das bedeutet: Wenn hier Fehler passieren würden, sind die Mitarbeiter rechtlich nicht verantwortlich zu machen“, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim.

Verdi: 100 Mitarbeiter zu wenig

Bereits seit Wochen bilden sich lange Schlangen an den Personenkontrollen des Flughafens. Im Auftrag der Bundespolizei sind täglich 400 bis 450 Kötter-Mitarbeiter an den Schleusen im Einsatz, um Fluggäste und Handgepäck auf Waffen und Gefahrenstoffe zu durchsuchen. Nach Berechnungen von Verdi sind rund 100 Mitarbeiter zu wenig im Einsatz.

Personalengpass an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf
Anna Ernst

Die Bundespolizei räumte auf Anfrage ein, dass es durch das deutliche Passagierwachstum in Düsseldorf, die verschärften Sicherheitsanforderungen aus den USA und die aktuelle Ferienzeit zu einem Engpass mit teilweise längeren Wartezeiten komme. Dies habe jedoch „keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Kontrollen“, so eine Sprecherin.

Kötter: Weiterhin „größte Sorgfalt“

Das versicherte auch Kötter-Geschäftsführer Peter Lange: „Unsere Mitarbeiter werden auch bei größtem Andrang weiterhin mit größter Sorgfalt kontrollieren“, sagte er. Lange betonte, die Einsatzzeiten der Beschäftigten an den Kontrollstationen seien „kein Sicherheitsrisiko“. Kötter arbeite weiter daran, die Zeiten „auf ein zumutbares Maß zu reduzieren“. Er bescheinigte seinen Mitarbeitern, mit „größter Gewissenhaftigkeit“ zu arbeiten.

Der Flughafen selbst sieht sich nicht in der Verantwortung: „Die Passagierkontrolle ist eine hoheitliche Sicherheitsaufgabe des Staates“, sagte ein Sprecher der Gesellschaft Düsseldorf Airport. Es handele sich um ein „behördliches Thema“.

Betriebsrat: „Sechs Stunden durcharbeiten“

Verdi geht davon aus, dass sich die Zustände an den Sicherheitsschleusen noch bis in den Oktober nicht bessern werden. „Wenn der Flughafen wächst, müssen die Partner mitwachsen“, so Özay Tarim. Dies sei bei der Personalplanung des Sicherheitsdienstes nicht berücksichtigt worden.

Gerade in den Ferienzeiten bliebe kaum Zeit für Pausen, sagte Betriebsratsmitglied Steffen Demuth. Manchmal werde bis zu sechs Stunden lang durchgearbeitet. „In diesem Job braucht eine Kontrollkraft eine kurze Erholungsphase nach zwei Stunden. Es fließen sonst zwangsläufig Fehler ein“, so Demuth. Er spricht von einer „nie dagewesenen Situation“. Da sich die Hauptabflugzeiten über den Tag verteilten, sei die Beanspruchung dauerhaft hoch. Laut Verdi liegt der Krankenstand derzeit täglich bei rund 20 Prozent.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben