Studie

Kohlekonzern RAG testet Blut von Bergleuten auf PCB

Das Blut von 200 Bergleuten will die RAG auf PCB testen lassen.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Das Blut von 200 Bergleuten will die RAG auf PCB testen lassen. Foto: Heinz-Werner Rieck

Essen.   Das Blut von 200 Bergleuten der RAG soll auf PCB untersucht werden. Die Auswahl der Beschäftigten erfolgt nach dem Zufallsprinzip.

Der Essener Kohlekonzern RAG will das Blut von Bergleuten auf PCB untersuchen. Im Steinkohlenbergbau in NRW wurden PCB-haltige Stoffe von den 60er Jahren bis Mitte der 80er aus brandschutztechnischen Gründen unter Tage eingesetzt. PCB (polychlorierte Biphenyle) gelten als krebserregend und wurden durch eine internationale Konvention im Jahr 2001 weltweit verboten.

In den kommenden Wochen werde die RWTH Aachen 200 Bergleute zur Teilnahme an einer Pilotstudie einladen, teilte die RAG am Montag mit. Die Auswahl der Beschäftigten erfolge nach dem Zufallsprinzip.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und wollen mit dieser Studie zur Transparenz beitragen“, sagte der stellvertretende RAG-Vorstandschef Peter Schrimpf. Das Blut werde vom Arbeitsmedizinischen Zentrum der RAG abgenommen. Die RAG leite die Proben an das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uniklinik der RWTH Aachen (IASU) weiter. Erste Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen.

„Trinkwasser zu schützen ist unser oberstes Gebot“

Bislang stand in der öffentlichen Diskussion über PCB im Bergbau vor allem der Schutz des Trinkwassers im Mittelpunkt. So beteuerte RAG-Chef Bernd Tönjes noch unlängst im Interview mit unserer Redaktion: „Das Trinkwasser zu schützen ist unser oberstes Gebot. Uns ist sehr bewusst, wie wichtig beispielsweise die Halterner Sande für die Versorgung der Region sind.“ Deshalb habe die RAG auch ein Konzept für die nächsten Jahre entwickelt, das den sicheren Abstand zum Trinkwasser gewährleiste und die „geringe Belastung der Flüsse durch Grubenwasser noch einmal deutlich verringert“ – unter anderem durch den Bau unterirdischer Strecken. „Die Emscher wollen wir so künftig komplett frei von Grubenwasser halten“, kündigte Tönjes an.

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