Elektromobilität

Ladesäulen: Bei Shell gibt es bald neben Benzin auch Strom

E-Autos fahren in Norwegen auf der Überholspur

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Hamburg  Bislang halten sich Tankstellenbetreiber beim Ausbau der Elektromobilität zurück. Shell hat nun Ladesäulen für E-Autos angekündigt.

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Der Mineralölkonzern Shell engagiert sich für Elektromobilität. Der Konzern will in Deutschland 50 Ladesäulen mit insgesamt 100 Ladeanschlüssen an seinen Tankstellen errichten. Die Ladeleistung soll dabei so hoch sein, dass ein Elektro-Auto in wenigen Minuten genug Strom für eine Fahrleistung von 100 Kilometern aufnehmen kann, wie Shell am Montag in Hamburg mitteilte.

Bislang hatten sich Tankstellenbetreiber mit dem Errichten von Ladesäulen zurückgehalten. Das Problem: Die Infrastruktur der Tankstellen ist meist nicht auf längere Warte- und Ladezeiten ausgerichtet. So dauert ein Tankvorgang bei einem Benzin- oder Dieselfahrzeug nur wenige Minuten. Elektroautos müssten aber 30 Minuten oder noch länger stehen, um komplett geladen zu werden. Dazu dürften vielen Tankstellen und Raststätten die Parkplätze fehlen.

Shell ist der erste Tankstellen-Konzern, der in einem größeren Umfang Ladesäulen anbietet, wenngleich nur ein kleiner Teil der rund 2000 Shell-Stationen aufgerüstet wird. Doch das soll nur der Anfang sein, heißt es in der Shell-Mitteilung.

In Deutschland gibt es verhältnismäßig wenige E-Autos

Der Ausbau des Ladesäulen-Netzes wird eher von Energieversorgern und auf kommunaler Ebene vorangetrieben. Bundesweit gab es Ende März nach Angaben des Branchenverbandes rund 17.400 Ladepunkte für Elektro-Autos in Deutschland. Vor allem außerhalb der Großstädte ist das Netz noch dünn und müsste weiter ausgebaut werden, wenn die Elektromobilität zunehmen soll.

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E-Autos haben bisher nur einen sehr geringen Marktanteil in Deutschland. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw erst bei rund 83.000 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 341.000 Autos – bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

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Deutlich mehr E-Autos gelten aber als immens wichtig, um Deutschlands Klimaziele im Verkehr 2030 zu erreichen. Damit E-Autos aber millionenfach auf deutschen Straßen fahren, muss die Lade-Infrastruktur flächendeckend ausgebaut werden.

Shell arbeitet beim Aufbau des Ladesäulen-Netzes mit dem Stromkonzern EnBW zusammen, der den Kunden 100 Prozent Ökostrom garantiere.

Geplant seien Schnellladesäulen mit einer Leistung von 150 Kilowatt und mehr. Je nach Fahrzeug können dort zwei E-Mobile gleichzeitig den Strom für 100 Kilometer in sechs bis acht Minuten laden oder ein Fahrzeug in drei bis vier Minuten. Weltweit hat Shell bereits in Großbritannien, den Niederlanden und China Erfahrungen mit E-Ladesäulen gesammelt. (dpa/ac)

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