Elektronikkette

Media Saturn steht offenbar vor drastischem Stellenabbau

Die Ketten Media Markt und Saturn sind in die Krise geraten.

Die Ketten Media Markt und Saturn sind in die Krise geraten.

Foto: Imago

Düsseldorf.   Bei der Elektronikkette Media Saturn stehen wohl Hunderte Stellen auf der Kippe. Vom Umbau profitieren könnte die Düsseldorfer Ceconomy-Zentrale.

Der geplante Umbau der angeschlagenen Elektronikhandelskette Media Saturn soll offenbar Hunderte Stellen kosten. Der Aufsichtsrat der Ceconomy-Tochter solle Ende des Monats über ein radikales Sparprogramm entscheiden, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Danach sollten die Mitarbeiter informiert werden.

Hunderte von Stellen sollten wegfallen, vor allem die Verwaltung mit der Zentrale in Ingolstadt sei betroffen. Die Elektronikhandelskette wolle sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und einfachere Strukturen schaffen. Einige Beteiligungen würden überprüft, könnten möglicherweise um Partner ergänzt oder sogar ganz geschlossen werden. Der Daten-Verkäufer RMG stehe etwa auf der Kippe. In Deutschland beschäftigen Media Markt und Saturn rund 28.000 Mitarbeiter. Ein Media Saturn-Sprecher wollten die Angaben nicht kommentieren, von Ceconomy war keine Stellungnahme zu erhalten.

Erst im März hat Jörn Werner, der frühere Geschäftsführer der Autowerkstatt-Kette ATU, auf dem Chefsessel der Ceconomy in Düsseldorf Platz genommen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen nach der Abspaltung vom Handelskonzern Metro einen regelrechten Gewinneinbruch erlitten. Nahezu die gesamte Führungsmannschaft wurde ausgetauscht. 34 Millionen Euro schwere Abfindungen für 16 gefeuerte Top-Manager belasteten zusätzlich die Bilanz.

Im Dezember räumte der neue Chef von Media Saturn, Ferran Reverter, ein, die Elektronikkette habe allzu lange „die Dinge schleifen lassen“ und keine Antwort auf die Online-Konkurrenz etwa des US-Riesen Amazon gefunden. Der Spanier will künftig auf mehr Service und kleinere Filialen setzen. Nun arbeite Reverter an letzten Details des Sparprogramms, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Ceconomy-Vorstand Dieter Haag Molkenteller ließ bereits damals durchblicken, dass mehr Verwaltungsaufgaben in der Düsseldorfer Ceconomy-Zentrale gebündelt werden sollen. Das könnte zu Lasten des Media-Saturn-Standorts Ingolstadt gehen.

Media Markt und Saturn sind international mit rund 1000 Filialen vertreten und beschäftigen 59.000 Mitarbeiter.

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