Verkehr

Mehr Geld aus Berlin gegen Bummelbaustellen in NRW

Die Bauzeit auf Autobahnen soll kürzer werden.

Foto: Federico Gambarini

Die Bauzeit auf Autobahnen soll kürzer werden. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf.   Zusätzliche Millionen sollen Bauarbeiten auf Autobahnen in NRW um mehrere Wochen reduzieren. Eines der Ziele: die Stauzeiten verkürzen.

Im Kampf gegen „Bummelbaustellen“ auf Autobahnen setzt die Landesregierung erstmals zusätzliche Bundesmittel zur Beschleunigung der Arbeiten ein. „Für acht Baumaßnahmen stellen wir zusätzliche Mittel bereit, um die Bauzeit zu verkürzen und so die Zeit der Verkehrseinschränkungen zu reduzieren“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag. Insgesamt werde ein „niedriger zweistelliger Millionenbetrag“ ausgeschüttet, um mit den Unternehmen eine Zeitersparnis auszuhandeln. Die Baustellen wurden nach der jeweiligen Staugefahr ausgewählt.

Seit 2017 gibt es die Möglichkeit des Bundes, nachträglich mit den Bauunternehmen Maßnahmen zur Baubeschleunigung zu vereinbaren. In NRW sollen damit nun die Bauarbeiten um insgesamt 107 Wochen verkürzt werden. Mit der zusätzlichen Vergütung werden Baufirmen in die Lage versetzt, punktuell mehr Personal oder bessere Maschinen einzusetzen.

107 Wochen Zeitersparnis in NRW

Bei den acht bereits laufenden Baumaßnahmen verspricht sich Wüst die größte Zeitersparnis bei den Arbeiten an der A33 (Borgholzhausen, 138 Werktage Ersparnis), A42 (Gelsenkirchen-Heßler, 120 Werktage) und A3 (Leverkusen-Köln, 114 Werktage).

Zu den Referenzprojekten der Beschleunigungsvergütungen, die Wüst am Dienstag gemeinsam mit Bundesverkehrsstaatssektretär Steffen Bilger (CDU) besichtigte, gehört der Ausbau der A43 in Recklinghausen. Dort wird seit 2014 ein 7,2 Kilometer langer Abschnitt für veranschlagte Gesamtkosten von mehr als 200 Millionen Euro in Angriff genommen.

Unplanbares sei eine Ausnahme

Im Teilbereich zwischen dem Kreuz Recklinghausen und der Anschlussstelle Hochlarmark war es seit 2016 immer wieder zu Verzögerungen gekommen, weil Kampfmittel-Suche, Altlasten oder Wetterprobleme den Zeitplan durchkreuzten. „Solche nicht planbaren Ereignisse sind eher die Regel als die Ausnahme, denn Straßenbaustellen finden nicht unter Labor- oder Werkstatthallenbedingungen statt. Das Risiko tragen Bund und Land als Auftraggeber“, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßen NRW.

Mit der Umstellung der Bauabläufe und durch größeren Personal- und Maschineneinsatz im Brückenbau konnte in Recklinghausen laut Verkehrsministerium eine Beschleunigung der Bauzeit von mehr als sechs Wochen erreicht werden. Die zusätzlichen Kosten beliefen sich auf 1,76 Millionen Euro brutto. Eine der Folgen sei für die Autofahrer bedeutsam: Der Abbruch des Kreuzungsbauwerkes A43/A2 konnte um sieben Wochen auf Mitte August vorgezogen werden.

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