Möbel Roller

Möbelriese XXXLutz steigt beim Discounter Roller ein

Roller-Geschäftsführerin Tessa Tessner im Rahmen eines WAZ-Interviews im Jahr 2015.

Roller-Geschäftsführerin Tessa Tessner im Rahmen eines WAZ-Interviews im Jahr 2015.

Foto: Kai Kitschenberg

Gelsenkirchen.  Der Möbelriese XXXLutz steigt beim Gelsenkirchener Discounter Roller ein. Das Familienunternehmen hofft dadurch auf bessere Einkaufskonditionen.

Der Konzentrationsprozess in der Möbelbranche schreitet voran. Nachdem der Großkonzern XXXLutz zuletzt im Ruhrgebiet die Traditionshäuser Kröger in Essen und Rück in Oberhausen übernommen hatte, steigt er nun auch beim Gelsenkirchener Discounter Roller ein. Beide Unternehmen unterzeichneten einen Vertrag, der eine 50-Prozent-Beteiligung von XXXLutz an Roller vorsieht, heißt es in einer Mitteilung. Das Bundeskartellamt muss dem Deal noch zustimmen.

Roller war in den letzten Jahren stark gewachsen. Gehörten im Jahr 2015 noch 116 Filialen zu der Kette, sind es nach Angaben auf der Homepage inzwischen „bald 150“ in Deutschland und Luxemburg. Zu Roller gehören auch acht Schulenburg-Einrichtungszentren und 20 Märkte der Kette SB Lagerkauf. Roller beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6000 Menschen. Die Zentrale ist in Gelsenkirchen. Roller war schon früh in das Online-Geschäft eingestiegen.

Bessere Einkaufskonditionen für Roller

Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Tessner-Gruppe. In der Geschäftsführung sitzen auch die Töchter des Firmengründers Hans-Joachim Tessner, der im Jahr 1969 in Georgsmarienhütte den Startschuss für Roller gegeben hatte. Weil er im Ruhrgebiet das größte Wachstumspotenzial sah, verlagerte Tessner 20 Jahre später die Unternehmenszentrale nach Gelsenkirchen.

Zur Tessner-Gruppe gehören nicht nur Roller, Schulenburg und SB Lagerkauf, sondern auch die Küchenkette Meda, Immobilien und Beteiligungen. Diese Aktivitäten seien nicht vom Einstieg von XXXLutz betroffen, hieß es. „Roller und tejo/Schulenburg werden weiter unabhängig voneinander und mit eigenem Management im Markt agieren und im Wettbewerb stehen“, heißt es in einer Erklärung von XXXLutz. „Gemeinsame Zielsetzung ist es, sichere Zukunftsperspektiven zu schaffen und Arbeitsplätze als starker Verbund mit internationalen Wachstumschancen langfristig zu erhalten“, sagte Alois Kobler, verantwortlicher Geschäftsführer bei XXXLutz Deutschland.

Auch Poco gehört zum Einkaufsverbund

Roller soll von den guten Einkaufskonditionen der ungleich größeren XXXLutz-Gruppe profitieren. Das Unternehmen aus Würzburg betreibt nach eigenen Angaben über 280 Einrichtungshäuser mit mehr als 22.000 Mitarbeitern in zwölf europäischen Ländern und kommt auf einen Jahresumsatz von über 4,4 Milliarden Euro. Dem gemeinsamen Einkaufsverband Giga gehört auch der Möbeldiscounter Poco mit 8500 Mitarbeitern und 1,6 Milliarden Euro Umsatz an. Durch die Partnerschaft mit XXXLutz wird Roller nun ebenfalls Mitglied des Einkaufsverbands Giga.

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