Kulturwirtschaft

Neues Festival soll Kreativbranche im Ruhrgebiet Schub geben

Nach Kulturhauptstadt Ruhr2010 gibt es Pläne für ein neues großes Festival im Ruhrgebiet.

Nach Kulturhauptstadt Ruhr2010 gibt es Pläne für ein neues großes Festival im Ruhrgebiet.

Foto: Ilja Höpping / Funke Foto Services

Essen/Berlin.  Nach Kulturhauptstadt Ruhr2010 soll das Projekt „Creative Tech Ruhr“ der Kreativbranche einen Schub geben. Eine Millionenförderung ist absehbar.

Die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet kann auf Unterstützung aus Berlin hoffen. Mit einer millionenschweren Förderung soll sich ein neues Kongress- und Festivalformat für die Branche etablieren, sagte Staatsministerin Michelle Müntefering unserer Redaktion. Das Projekt „Creative Tech Ruhr“ solle auf Dauer angelegt sein, einmal jährlich in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets stattfinden und zehn Jahre nach dem Kulturhauptstadt-Format Ruhr2010 „internationale Strahlkraft entwickeln“, erklärte Müntefering. Ein Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags sehe hierfür elf Millionen Euro für mehrere Jahre vor.

Mit rund 340.000 Erwerbstätigen und einem Umsatz von etwa 36 Milliarden Euro ist die Kreativindustrie eine der großen Branchen in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehören unter anderem Games- und Softwareentwickler, Design- und Werbewirtschaft sowie die Musik-, Buch, Kunst-, Film- und Medienindustrie. Die Kreativwirtschaft sei ein „wichtiger Motor des Wandels für das Ruhrgebiet“, betonte die SPD-Politikerin Müntefering.

„Nicht jeder DJ muss nach Berlin ziehen“

Der Beschluss des Haushaltsausschusses sehe vor, die Konzeption des neuen Formats im nächsten Jahr zunächst mit einer Million Euro zu unterstützen. Ab 2021 werde „Creative Tech Ruhr“ dann mit jährlich 2,5 Millionen Euro gefördert. Geplant sei zudem eine Beteiligung des Landes NRW in gleicher Höhe.

„Nicht jede Grafikdesignerin, nicht jeder Modemacher und nicht jeder DJ muss nach Berlin ziehen“, sagte Müntefering unlängst bei einem Kongress in Essen. Bei dieser Gelegenheit hatte sie auch ein Denkmal für Gastarbeiter in Deutschland angeregt, womöglich im Ruhrgebiet. „Um die Leistung dieser Menschen, ihrer Kinder und Kindeskinder, zu würdigen, wäre es eine gute Geste, wenn wir diesen Menschen, die längst Teil unseres Landes geworden sind, hier in unserer Mitte ein Denkmal errichten“, betonte Müntefering.

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