Flugausfälle

Politik appelliert an die Piloten

Düsseldorf/Köln/Frankfurt.   Auch am Mittwoch hielt das Chaos bei Air Berlin an: Die insolvente Fluggesellschaft habe rund 70 Flüge streichen müssen, davon fünf in Düsseldorf und sieben in Berlin-Tegel, teilte sie mit und warnte, es müsse weiterhin mit Verspätungen und Flugausfällen gerechnet werden. Das traf auch Eurowings, die 35 Flüge absagen musste. Für die Lufthansa-Tochter sind 38 Flugzeuge von Air Berlin im Einsatz. In Köln/Bonn waren deshalb neun Eurowings-Flüge betroffen.

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Auch am Mittwoch hielt das Chaos bei Air Berlin an: Die insolvente Fluggesellschaft habe rund 70 Flüge streichen müssen, davon fünf in Düsseldorf und sieben in Berlin-Tegel, teilte sie mit und warnte, es müsse weiterhin mit Verspätungen und Flugausfällen gerechnet werden. Das traf auch Eurowings, die 35 Flüge absagen musste. Für die Lufthansa-Tochter sind 38 Flugzeuge von Air Berlin im Einsatz. In Köln/Bonn waren deshalb neun Eurowings-Flüge betroffen.

Der Grund für die Flugausfälle: Am zweiten Tag in Folge hatten sich 150 Piloten krank gemeldet. Im Tagesverlauf kehrten jedoch einige Crews an ihre Arbeitsplätze zurück. Da war jedoch der Sonderflugplan schon erstellt. Air Berlin fordert die Fluggäste deshalb auch weiterhin auf vor der Fahrt zum Flughafen zu kontrollieren, ob ihr Flug auch tatsächlich stattfindet. Am Dienstag waren statt der zunächst gemeldeten 100 sogar 164 Flüge ausgefallen, außerdem noch einige bei Eurowings.

Es ist die Sorge um Jobs und Einkommen, die die Piloten offenbar zum Mittel des „wilden Streiks“ greifen lässt. Der psychische Druck speziell auf die Piloten sei „immens“, es sei schwierig, unter solchen Umständen einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten, schrieb Air-Berlin-Kapitän Hans Albers in einem offenen Brief an Oliver Iffert, der das operative Geschäft von Air Berlin leitet. Iffert hatte am Dienstag nach den ersten massenhaften Krankmeldungen davon gesprochen, dass dieser Tag die Existenz Air Berlins bedrohe, dass er „pures Gift“ sei. Die Piloten möchten weiter über einen Sozialplan verhandeln. Sie fürchten um ihre zum Teil gut dotierten Jobs. Die Air-Berlin-Kapitäne verdienen bis zu 115 000 Euro im Jahr. Aber Eurowings, die wahrscheinlich einen größeren Teil der Piloten einstellen würde, zahlt nur 102 000 Euro. Zum Vergleich: Das Gehalt der Lufthansa-Kapitäne liegt bei bis zu 225 000 Euro im Jahr.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sprach von einem „riskanten Manöver“ einiger Flugzeugführer und forderte sie auf, „zur Vernunft“ zurückzukehren. „Der Streik könnte Air Berlin das Genick brechen“, warnte auch Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt. Denn Air Berlin dürfe aus rechtlichen Gründen nur so lange weiter betrieben werden, wie die Aussicht bestehe, dass der Mehrerlös – der Erlös, der durch den Verkauf von Betriebsteilen hereinkomme – größer sei als die Verluste, die die Fluggesellschaft derzeit operativ mache.

Interesse auch aus China

Vorstandschef Thomas Winkelmann warnte unterdessen, potenzielle Investoren würden verschreckt. Aktuell verhandeln Unternehmen und Insolvenzverwalter mit den möglichen Bietern. Nach Medienberichten hat inzwischen auch ein chinesischer Investor sein Interesse an Air Berlin angemeldet.

Dem Geschäftsführer der chinesischen Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, Jonathan Pang, werden aber nur geringe Übernahmechancen eingeräumt. Ebenso wurde am Dienstagabend bekannt, dass der frühere Rennfahrer Niki Lauda mit der Fluggesellschaft Condor für 38 Maschinen der Air Berlin und ihrer Tochter Niki ein Angebot abgeben will. Die Bieterfrist für Air Berlin endet am morgigen Freitag um 14 Uhr.

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