Bergbau und Wasser

Grubenwasseranstieg im Fokus der internationalen Wissenschaft

Fachgespräche rund ums Grubenwasser: Die Teilnehmer der Dialogveranstaltung diskutierten
konstruktiv über Chancen und Risiken des Grubenwasseranstiegs. Das Kuratorium der Stiftung
„Forum Bergbau und Wasser” nahm die Projektvorschläge aus dem Kreis dankend auf.

Foto: Stiftverband/Volker Wiciok

Fachgespräche rund ums Grubenwasser: Die Teilnehmer der Dialogveranstaltung diskutierten konstruktiv über Chancen und Risiken des Grubenwasseranstiegs. Das Kuratorium der Stiftung „Forum Bergbau und Wasser” nahm die Projektvorschläge aus dem Kreis dankend auf. Foto: Stiftverband/Volker Wiciok

Essen.   „Forum Bergbau und Wasser” führt Dialog mit Experten und Interessierten an Bochumer Hochschule.

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Mit den Chancen und Risiken eines kontrollierten Grubenwasseranstiegs in den Revieren Ruhr, Saar und Ibbenbüren setzt sich die Sti ung „Forum Bergbau und Wasser“ wissenscha lich auseinander. Bei einer Dialogveranstaltung mit rund 100 Teilnehmern an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum stellte Prof. Dr. Christian Melchers, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, die Stiftung und ihre Aufgaben vor. Sie soll Herausforderungen identi zieren und sie erforschen.

Ideen und Impulse

Die RAG sti ete bedingungslos fünf Millionen Euro, um Wissenscha und Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Die Sti ung „Forum Bergbau und Wasser“ arbeitet unter dem Dach des Sti erverbands für die Deutsche Wissenscha e. V. unabhängig und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Ziele. Sie führt Forschungsprojekte selbst durch oder vergibt Fördergelder für bestimmte Projekte an Dritte. Bei der Dialogveranstaltung hatten die Gäste Gelegenheit, hierzu Anregungen zu geben. Hierbei reichte die emenpalette der Vorschläge von der Erforschung der Risiken von Bergschäden bis hin zu den Chancen einer energetischen Nutzung des Grubenwassers. Impulse aus dem Kreis der Teilnehmer für mögliche Forschungsprojekte gab es auch zu den emen seismisches Monitoring ehemaliger Bergbaugebiete, Rekonstruktion untertägiger Mineralbildungen, Auswirkungen des Grubenwasseranstiegs auf die Fischgewässer in der Saar oder zu Prognosehorizonten unterschiedlicher Phasen beim Grubenwasseranstieg. Auch ein „Labor unter Tage“ wurde vorgeschlagen, das in der noch vorhandenen Infrastruktur zum besseren Verständnis kommender Prozesse eingerichtet werden könnte. Das Kuratorium begrüßte die regen und qualitativ hohen Beteiligungen und Empfehlungen der unterschiedlichen Teilnehmer. Im nächsten Schritt bewerten die Wissenscha ler, welche Forschungsprojekte in einer Ausschreibung der Sti ung realisiert werden.

Kontrollierte Optimierung

Bei ihrer Tätigkeit kann die Sti ung auf die Erfahrungen aus dem Grubenwasseranstieg nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Großbritannien, den USA oder Kanada zurückgreifen. Dies erläuterte einer der Sti ungskuratoren, Prof. Dr. Georg H. E. Wieber von der Universität Mainz. Mögliche wissenscha liche Projekte stellte ein weiterer Kurator, Prof. Dr. Christian Wolkersdorfer von der Tshwane University of Technology in Pretoria, Südafrika, vor. Die Grubenwasserkonzepte der RAG erläuterte Dr. Michael Drobniewski, Betriebsdirektor Grubenwasserhaltung beim Servicebereich Technik- und Logistikdienste. Hintergrund: Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland entfällt ab 2019 die Notwendigkeit, die untertägigen Betriebsbereiche von Grubenwasser freizuhalten. Die Grubenwasserkonzepte der RAG sehen vor, den Grubenwasserspiegel kontrolliert ansteigen zu lassen und die Grubenwasserhaltung auf Tauchpumpen umzustellen. Damit kann aufwendige untertägige Infrastruktur entfallen. Zudem würde durch geringere Wassermengen der CO2-Ausstoß beim Betrieb Pumpen deutlich verringert und auch die Wasserqualität der Ober ächengewässer verbessert. (ua/thga)

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