Energie

RWE-Chef Schmitz sieht Konzern vor historischem Neustart

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz versprüht Zuversicht vor der Transaktion mit Eon.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz versprüht Zuversicht vor der Transaktion mit Eon.

Foto: André Hirtz / André Hirtz / Funke Foto Services

Essen.  Weniger Braunkohle, mehr erneuerbare Energie: RWE-Chef Schmitz sieht den Essener Traditionskonzern vor einem historischen Neustart.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz sieht den Essener Energiekonzern vor einem historischen Neustart durch die Transaktion mit dem Nachbarkonzern Eon. „Die nächsten Monate werden zu den spannendsten Momenten unserer Unternehmensgeschichte gehören“, sagte Schmitz in einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen. Der Fokus von RWE werde künftig insbesondere auf den erneuerbaren Energien liegen.

Es zeichnet sich ab, dass die EU-Wettbewerbshüter im September grünes Licht geben könnten. Das Netz- und Vertriebsgeschäft der RWE-Tochter Innogy will Eon übernehmen. Im Gegenzug soll RWE das Geschäft mit der Produktion erneuerbarer Energien von Eon und Innogy bekommen. RWE würde so zu einem der größten Produzenten von grünem Strom in Europa. Bei der Windkraft auf See werde „die neue RWE“ als weitweite Nummer zwei starten, so Schmitz.

3000 von 9000 Braunkohle-Jobs könnten wegfallen

Derzeit laufen Verhandlungen mit der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die RWE-Beschäftigten in den Kraftwerken und im Tagebau bräuchten Klarheit, betonte Schmitz. RWE fordert als Entschädigung für Kraftwerksstilllegungen pro Gigawatt Leistung 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro.

Er gehe davon aus, dass drei Gigawatt bis zum Jahr 2023 in Deutschland vom Netz gehen sollen und dies vor allem RWE treffen werde, sagte Schmitz. Damit sei ein Abbau von rund 3000 der derzeit 9000 Jobs in diesem Bereich des Konzerns verbunden. Sinnvoll sei es, wie beim Ausstieg aus der Steinkohle eine sogenannte Anpassungsgeld-Regelung zu finden. So könnten Beschäftigte von RWE vorgezogen und ohne Rentenabschläge in den Ruhestand gehen.

Überrascht von Greta Thunbergs Besuch im Hambacher Forst

Es gelte die Zusage des Konzerns, bis Ende 2020 keine Rodungen im Hambacher Forst vorzunehmen, bekräftigte Schmitz. Ob das Waldstück, das zum Symbol der Anti-Braunkohle-Bewegung geworden ist, dauerhaft erhalten bleibt, wird derzeit in den Verhandlungen mit der Bundesregierung besprochen. Vom Auftritt der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg am vergangenen Wochenende im Hambacher Forst ist RWE nach Darstellung von Schmitz überrascht worden. Dem Unternehmen seien die Pläne für den Besuch nicht bekannt gewesen. Angesichts der Umstände sei Greta Thunberg vor Ort „nur einseitig informiert“ worden.

Schmitz zeigte sich offen dafür, dass sich Beschäftigte von RWE am sogenannten „Klimastreik“ am 20. September außerhalb ihrer Arbeitszeit beteiligen: „Wenn sich Mitarbeiter engagieren wollen, können sie das in ihrer Freizeit tun.“

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