Energieeffizienz-Netzwerk

Südwestfälische Unternehmen reduzieren CO2-Fußabdruck

Denim Steinert kümmert sich beim Gläserhersteller Ritzenhoff in Marsberg um Energieeffizienz. Allein eine Prozessumstellung an den mit Gas befeuerten Schmelzöfen bringt eine erhebliche Ersparnis bei den Energiekosten um 600.000 Euro jährlich – und eine entsprechende Reduzierung des CO2-Fußabdrucks der Firma.

Denim Steinert kümmert sich beim Gläserhersteller Ritzenhoff in Marsberg um Energieeffizienz. Allein eine Prozessumstellung an den mit Gas befeuerten Schmelzöfen bringt eine erhebliche Ersparnis bei den Energiekosten um 600.000 Euro jährlich – und eine entsprechende Reduzierung des CO2-Fußabdrucks der Firma.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Hagen.  Vier Jahre lang haben zehn Unternehmen in einem Netzwerk Ideen entwickelt, um Energie zu sparen und CO2 zu reduzieren - mit enormem Erfolg.

Die Klimaziele sind mehr als erreicht. Jedenfalls im Regionalen Netzwerk für Energieeffizienz Südwestfalen. Am vierjährigen Projekt nahmen zehn Unternehmen ganz unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen teil. Das 2015 formulierte Ziel in messbaren Zahlen: 4 Gigawattstunden Energie einsparen und 2249 Tonnen CO2-Reduktion. Das tatsächlich erreichte Ergebnis: Es wurden 15,5 Gigawattstunden Energie eingespart und 3865 Tonnen CO2 im Betriebsalltag reduziert.

CO2-Abdruck erheblich reduziert

Der Weg dorthin wurde von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) und dem Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) begleitet. Den Anstoß gab die Ende 2014 von der Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden gegründete Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, über die bundesweit bis Ende 2020 500 Netzwerke gegründet werden sollten, um deutlich über 20.000 Gigawattstunden Energie und rund fünf Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einzusparen. Stand heute sind es zwar nur 230 solcher Zusammenschlüsse geworden, aber die angestrebten Einsparungen seien bereits übertroffen worden, sagt Diplom-Ingenieur Frank Niehaus von der SIHK. Einen Teil dazu hat das Netzwerk Südwestfalen beigetragen, das erste seiner Art in NRW und das zweite überhaupt, in dem sich Unternehmen zusammengefunden haben, um sich drei Mal pro Jahr darüber auszutauschen, welche Möglichkeiten es gibt, Verbräuche und Emissionen zu reduzieren. „Oft gibt es zur Lösung dergleichen Probleme verschiedene Ideen“, sagt Denim Steinert. Der Ingenieur kümmert sich beim Gläserproduzenten Ritzenhoff in Marsberg um das Thema Energieeffizienz. Im Zuge des Netzwerk-Projektes wurde die Befeuerung der mit Gas befeuerten Glasschmelzöfen optimiert. Über fünf Millionen Kilowattstunden Energie spart Ritzenhoff nun jährlich, der CO2-Fußabdruck wurde nur durch diese eine Maßnahme um über 1000 Tonnen jährlich reduziert.

Manchmal sind es auch ganz simple, unaufwendige Lösungen, etwa am Druckluftkompressor die Barzahl von maximal auf das Notwendige herunterregeln oder schlicht das Heizen verändern. „Manchmal ist man selbst betriebsblind“, hat Tim Schlachtenrodt, Geschäftsführer des Halveraner Unternehmens Alutronic im Projekt festgestellt. Die zehn teilnehmenden Unternehmen wurden wechselweise besucht, um zu sehen, wie und wie weit die anderen Teilnehmer auf dem Weg zur CO2-Neutralität denn schon sind, was sie besser machen als andere oder wo es noch hakt.

„Man kann an vielen Stellen etwas tun. In Summe kommt dann schon etwas heraus“, ist die Erfahrung von Andreas Gahl, Geschäftsführer der Mendener Präzisionsrohr GmbH (MPG), aus vier Jahren Netzwerkarbeit, die jetzt endet. Gahl hat, ganz pragmatisch, einfach ein neues, lokales Netzwerk ins Leben gerufen und schnell Unternehmen aus dem Raum Menden gefunden, die mitmachen.

Fortsetzung des Netzwerkes

Das Thema CO2-Bilanzierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette beschäftigt die Unternehmen zunehmend. „Jeder Zulieferer hier bei uns ist davon betroffen, deshalb ist es wichtig, den Einstieg zu machen“, sagt SIHK-Experte Niehaus. Und nicht zuletzt deshalb soll es im kommenden Jahr auch eine Fortsetzung des Netzwerkes geben, offen für interessierte Firmen.

MPG-Geschäftsführer Andreas Gahl ist davon überzeugt, dass die Unternehmen „am Ende die Klimaziele der Bundesregierung deutlich übertreffen werden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben