Elektroauto

Musk: 200.000 reservierten „Cybertruck“ trotz Fenster-Panne

Vier Fakten über den Cybertruck von Tesla

Er beschleunigt schneller als ein Porsche und kann trotzdem Schwerstarbeit leisten: Mit dem Cybertruck mischt Tesla jetzt die Branche der Pickups auf.

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Los Angeles/Berlin.  Tesla stellt den neuen Cybertruck“ vor – und zeigt einen Pickup mit Rissen im Fenster. Es ist nicht das einzige Problem von Elon Musk.

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Tesla produziert derzeit viele Schlagzeilen. Erst kündigt der Elektro-Autohersteller an, ein Werk bei Berlin zu eröffnen, dann wird die Präsentation des neuen „Cybertruck“ zum Desaster. Doch Elon Musk, der schillernde Chef des US-amerikanischen E-Auto-Bauers, lässt sich nicht unterkriegen.

Im Gegenteil: Musk ließ sich vom Hohn und Spott nach der gescheiterten Demonstration des neuen Wagens nicht abbringen, Werbung für seine Firma zu machen. So twitterte er am Wochenende auch ein kurzes Video aus einem Testlauf, in dem zu sehen ist, wie die von Chefdesigner Franz von Holzhausen geworfene Metallkugel von dem Seitenfenster abprallt.

Musk präsentiert auch die aktuellen Zahlen: Etwa 200.000 Menschen hätten sich den „Cybertruck“ reservieren lassen, schrieb Musk in der Nacht zum Montag bei dem Kurznachrichtendienst. Und das trotz des umstrittenen, kantigen Designs und der peinlichen Vorführung.

Das „Tesla-Panzerglas“ zeigte zahlreiche Risse, als bei der Show eine Metallkugel dagegen geworfen wurde. Elon Musk ist bemüht, die Stimmung rund um das Unternehmen nicht allzu schlecht erscheinen zu lassen – und verbreitet auf Twitter gute Nachrichten.

In einem Video bei der Präsentation demonstrierte Tesla, wie der Pick-up schneller beschleunigt als ein Porsche 911. Auch ein Tauziehen mit dem aktuellen Pick-up-Bestseller F-150 von Ford gewann der „Cybertruck“ im Video. Den Startpreis setzte Tesla für ein Elektroauto eher niedrig bei knapp 40.000 Dollar (rund 36 000 Euro) vor Steuern an.

Interessenten müssen für die unverbindlichen Reservierungen 100 Dollar beziehungsweise Euro hinterlegen, die sie zurückbekommen können. Mit dem Produktionsbeginn für den von Tesla „Cybertruck“ genannten Pick-up wird für 2022 gerechnet.

Tesla: Elon Musks Präsentation wird zum Desaster – Das ist passiert:

  • Bei der Präsentation des „Cybertrucks“ wurde es peinlich für Elon Musk
  • Beim Elektro-Pickup-Modell „Cybertruck“ war deutlich zu sehen, wie Risse durch die Fensterscheiben gingen
  • Musk musste die Präsentation mit einem kaputten Auto fortführen
  • Im Netz gab es deshalb viel Häme
  • In Österreich sorgt darüber hinaus ein brennender Tesla für Fragen und Probleme
  • Trotz der Panne gab es Zehntausende Reservierungen für den Wagen

Der „Cybertruck“ soll in drei Versionen Reichweiten von jeweils etwa 400 Kilometern bis mehr als 800 Kilometer erzielen. Pickups sind besonders in den USA beliebt – Tesla will mit dem „Cybertruck“ also in einen lukrativen Markt in den Vereinigten Staaten einsteigen.

Die Nachricht von den Reservierungen wirkt derzeit wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zum einen, weil Interessenten für eine solche Reservierung „nur“ 100 Dollar bzw. Euro hinterlegen müssen, die sie zurückfordern können, wenn sie sich doch gegen einen Kauf entscheiden. Zum anderen aber auch, weil andere Probleme im Raum stehen. Unter anderem drückt die Frage nach der richtigen Entsorgung von Tesla-Autos auf die Stimmung im Konzern.

Und es könnte noch weiter nach unten gehen, wenn das Unternehmen nicht schafft, die Sorgen seiner Kunden zu beruhigen. Denn beim Umgang mit E-Autos gibt es große Fragen: Wie entsorgt man es zum Beispiel, wenn es nicht mehr gebraucht wird oder kaputt ist? Genau das ist in Österreich geschehen. Dort prallte ein Tesla gegen einen Baum, und fing Feuer.

Abfallentsorger wussten nicht, wie sie mit der 600 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterie umgehen sollen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Sie zeigen sich überrascht davon, dass die Entsorgung einer solch massiven Batterie offenbar Probleme bereitet. Tesla habe sich erst nach Protest erklärt, die Batterie zurückzunehmen.

Doch was heißt das für andere Fälle? Auch andere Hersteller müssen sich der Frage der Abfallentsorgung stellen, fordern Experten. „Eine solche Batterie ist nicht nur gefährlich, sondern auch die Rechtslage ist unklar“, betont Walter Kletzmayr, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Shredder in Österreich, dem „Handelsblatt“.

Elon Musk: Tesla-Chef mit Problemen

Es gebe so viele technische und auch rechtliche Unsicherheiten. Dadurch weigern sich viele Unternehmen, die Batterien zu entsorgen. Keine gute Nachrichten für Tesla-Chef Elon Musk also.

Und dann war da ja noch die Sache mit der missglückten Präsentation. In Los Angeles präsentierte der Tesla-Chef am Donnerstagabend (Ortszeit) das neueste Prachtstück aus seinem Elektroauto-Fuhrpark. Es bleibt aber abzuwarten, wie der große Wagen in der Form eines Dreiecks ankommt. Bei der Präsentation gab es eine peinliche Panne.

Die Tesla-Aktie ging auf Talfahrt: Der Elektroauto-Hersteller büßte mehr als sechs Prozent ein. Damit hat Musk an einem einzigen Tag 768 Millionen US-Dollar seines Nettovermögens verloren, wie das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ berichtet. Umgerechnet entspricht das etwa 697 Millionen Euro.

Tesla „Cybertruck“: Aktienkurs fällt nach peinlicher Präsentation

Teslas neuer Elektro-Pickup „Cybertruck“ erinnert eher an einen Tarnkappen-Kampfjet oder an ein Gefährt aus dem Science-Fiction-Klassiker „Blade Runner“. Pickups sind in den USA sehr beliebt und Musk will mit dem Modell in den wichtigsten Markt amerikanischer Automobilhersteller vorstoßen.

Es wird noch Jahre dauern, bis der Tesla-Pick-up auf die Straße kommt. Die Produktion des Top-Modells mit drei Motoren solle Ende 2022 beginnen, hieß es. Tesla verkauft zum Start üblicherweise erst die teureren Versionen eines Fahrzeugs, um schneller die Anlaufkosten wieder hereinzuholen.

Tesla nimmt – auch in Europa – bereits Reservierungen für den Pick-up entgegen, diesmal müssen dabei nur 100 Euro statt der zuvor üblichen 1000 Euro hinterlegt werden. Die Konfiguration des Fahrzeugs werde man Ende 2021 abschließen können.

Tesla „Cybertruck“ beschleunigt schneller als eine Porsche 911

Und die Daten, die bei der Tesla-Präsentation vorgestellt wurden, lassen die Herzen der Pickup-Fans höher schlagen: Der Wagen soll über 1,7 Tonnen Gewicht auf der Ladefläche transportieren können und kommt in der Spitzenausführung in 2,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (knapp 100 km/h).

In einem Video demonstrierte Tesla, wie der Pickup schneller beschleunigt als ein Porsche 911. Auch ein Tauziehen mit dem aktuellen Pickup-Bestseller F-150 von Ford gewann der „Cybertruck“ im Video locker.

Peinlich-Panne bei Präsentation

Musk verkündete stolz, dass die Karosserie aus besonders hartem rostfreiem Stahl gefertigt sei. Zum Beweis ließ er Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen mit einem Vorschlaghammer auf die Wagentür einschlagen – ohne eine sichtbare Delle zu hinterlassen.

Auch die Fenster seien aus extra hartem Glas gefertigt. Mitarbeiter ließen Metallkugeln aus mehreren Metern auf eine demontierte Scheibe fallen und von dem Einschlag war nichts zu sehen. Danach ging die Demonstration allerdings gründlich in die Hose. Als von Holzhausen eine Metallkugel gegen das Fenster auf der Fahrerseite warf, waren deutliche Risse zu erkennen – zu sehen im Video ab Minute 1:18:

Tesla Pickup Fensterscheibe

Elektro-Pickup kommt 2022 auf den Markt

Musk war sichtlich überrascht. Immerhin sei das Fenster nicht durchschlagen worden, kommentierte er trocken. Bei vorherigen Tests habe man alles Mögliche auf das Glas geworfen, bis hin zu einer Küchenspüle, „seltsam, dass es jetzt gebrochen ist, ich weiß nicht, warum“.

Beim Wurf auf das hintere Fenster passierte das gleiche. Hier gebe es noch Raum für Verbesserungen, sagte Musk – und schob mit einem Augenzwinkern hinterher: „Das bereinigen wir alles in der Post-Produktion.“ Danach setzte er die Präsentation mit einem beschädigten Wagen hinter sich fort.

Der schwere Wagen mit der offenen Ladefläche soll Ende 2022 in drei verschiedenen Ausführungen auf den Markt kommen. Das Einsteigermodell kostet umgerechnet etwa 36.000 Euro. Das Topmodell mit drei Motoren kostet knapp 63.000 Euro.

Cybertruck von Tesla – die wichtigsten Fakten:

Die wichtigsten Daten zum Tesla „Cybertruck“:

  • Beschleunigung von 0 auf 60 mph (knapp 100 km/h) in 2,9 Sekunden beim Spitzenmodell
  • Reichweite mit einer Batterieladung von über 400 bis über 800 Kilometer
  • Höchstgeschwindigkeiten von etwa 177 bis knapp 210 km/h
  • maximales Ladegewicht von knapp 1600 Kilogramm
  • kann Lasten von etwa 3400 bis etwa 6350 Kilogramm abschleppen (gem/dpa)

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