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Test: Große Unterschiede bei Lieferdiensten für Lebensmittel

Amazon Fresh im Test: So funktioniert die Lebensmittel-Bestellung

Der Online-Versandhändler Amazon liefert jetzt auch frische Lebensmittel direkt ins Haus. Wir haben den Test gemacht.

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Berlin  Die Organisation Foodwatch hat Online-Lieferdienste für Lebensmittel getestet: Es gibt große Preisunterschiede unter den Anbietern.

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Lebensmittel können zumindest bei den großen Händlern getrosµt im Internet bestellt werden. „Beim Testkauf konnten die meisten Anbieter überzeugen“, berichtet Luise Molling, die für die Verbraucherorganisation Foodwatch einen Vergleichstest durchgeführt hat. Die Lieferungen seien pünktlich und vollständig. Der Zustand auch von tiefgekühlter Ware sei überwiegend gut.

Für den Test hatte Foodwatch einen Warenkorb mit 21 Nahrungsmitteln für den alltäglichen Bedarf zusammengestellt. Die Palette reichte von der Bio-Milch über Bananen, Schweinesteaks und Tomaten bis hin zu tiefgekühlten Fischstäbchen.

Jeder Korb wurde dreimal bei den Lieferdiensten Rewe , Amazon Fresh , Bringmeister, Allyouneedfresh und Mytime geordert. Nur wenige mitgelieferte Waren waren zu beanstanden. Druckstellen am Obst und matschige Tomaten waren die Ausnahme.

Preise der Dienste sind kaum vergleichbar

Das war es aber schon mit den guten Noten. Denn Foodwatch stellte auch eine Reihe erheblicher Mängel fest. So seien die Preise kaum vergleichbar, weil sie auch von den Versandkosten abhingen. Für den Warenkorb bezahlten die Tester bei Allyouneedfresh knapp 50 Euro. Amazon Fresh liefert ihn für weniger als 42 Euro.

Vergleichbar seien der teuerste und billigste Lieferant trotzdem nicht. Denn Amazon bedient nur Kunden, die ein fast 70 Euro kostendes Jahresabo seines Prime-Dienstes und darüber hinaus ein 9,99 Euro kostendes Abo für Frischwaren abgeschlossen haben.

Der tatsächliche Preis der Waren hängt damit stark davon ab, wie häufig der Dienst genutzt wird. Die anderen drei Firmen lagen mit etwa 46 Euro im Mittelfeld. Große Unterschiede stellte Molling bei den Lieferkonditionen fest, die letztlich auch ein Preisbestandteil sind. „Wenn Sie auf dem Land wohnen, müssen Sie mit eher langen Lieferzeiten rechnen“, erläutert sie. Bei Bringmeister, Rewe und Allyouneedfresh hängen die Gebühren vom Zeitfenster und der Bestellmenge ab.

Immer mehr Menschen bestellen Lebensmittel online

Online-Bestellungen von Lebensmitteln liegen im Trend und verzeichnen ein kräftiges Wachstum. Doch das Volumen ist mit nur einem Prozent des Lebensmittelumsatzes nach wie vor gering. Genutzt werden die Dienste laut Molling vor allem von Städtern, Verbrauchern, die viel arbeiten, und Familien. In ländlichen Gebieten bieten Rewe, Bringmeister und Amazon den Lieferdienst bisher gar nicht an.

Den positiven Eindrücken stehen laut Foodwatch erhebliche Mängel bei der Herkunftskennzeichnung, dem Datenschutz und den Geschäftsbedingungen gegenüber. Die Herkunftsangaben seien bei vier der fünf Firmen unzureichend gewesen oder hätten ganz gefehlt.

Ein Händler gab als Herkunftsland seiner Weintrauben gleich 13 potenzielle Länder an. „Die Herkunft ist für die Verbraucher besonders wichtig“, betont Molling. Auch die Namen der Hersteller von Fertigwaren fänden sich im Internet selten. Immerhin seien die Informationen über Nährwerte und Allergene bei allen Produkten vollständig gewesen.

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