Luftfahrt

737 Max: Boeing-Startverbot kostet Tui 200 Millionen Euro

Die Software-Probleme bei der Boeing 737 Max bescheren TUIfly erhebliche Kosten: 15 Flugzeuge stehen seit März still, die Auslieferung weiterer Flieger verzögert sich.

Die Software-Probleme bei der Boeing 737 Max bescheren TUIfly erhebliche Kosten: 15 Flugzeuge stehen seit März still, die Auslieferung weiterer Flieger verzögert sich.

Foto: Julian Stratenschulte

Hannover/Düsseldorf.   Weil Boeing-737-Max-Maschinen nicht starten dürfen, verliert Tui Millionen. Die Kosten will sich Tui zurückholen – aber eine Klage vermeiden.

Die Stilllegung der Boeing 737 Max kostet den weltgrößten Tourismus-Konzern TUI 200 Millionen Euro. Die konzerneigene Flugtochter TUIfly mit europaweit 150 Flugzeugen muss in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Skandinavien nach den Flugverboten 15 Maschinen mit der umstrittenen Software auf dem Boden lassen.

Für die deutsche TUIfly (39 Flugzeuge) sind bis zum Jahr 2023 weitere 25 737 Max bestellt. Davon sollten vier bis Sommer ausgeliefert werden. Die erste sollte im April in Hannover stationiert werden, die zweite im Mai in Düsseldorf.

Während TUIfly bei ihren ausländischen Töchtern geplante Flüge mit der Boeing 737 Max auf die Bestandsflotte verteilt und zusätzlich Flugzeuge anmieten muss, werden in Deutschland die Flieger weiter betrieben, die für die neuen ersetzt werden sollten. Aber auch hier werden in den kommenden Wochen Kapazitäten durch Partner-Airlines ersetzt werden müssen.

Klage gegen Boeing soll vermieden werden

„Unsere Kosten von 200 Millionen Euro haben wir bis Mitte Juli gerechnet“, so Aage Dünhaupt, TUIfly-Sprecher für Europa. Bis dahin erwartet das Unternehmen wieder die Startfreigabe der 737 Max und die Auslieferung der ersten Flieger für die deutsche TUIfly. Dünhaupt: „Wir haben aber noch keine Termine, das hängt von den Aufsichtsbehörden in Europa und den USA ab.“ Klappt’s bis dahin nicht, wird es noch teurer.

Notlandung von Boeing 737 Max in USA

Wegen Triebwerksproblemen sei das Flugzeug kurz nach dem Start nach Orlando zurückgekehrt. Es befanden sich wohl keine Passagiere an Bord.
Notlandung von Boeing 737 Max in USA

Die Kosten will sich TUIfly von Boeing zurückholen, aber nicht per Klage: „Wir sind im engen Kontakt mit Boeing und werden eine gemeinsame Lösung finden.“

Tui setzt auch weiterhin auf das Modell

Trotz der Software-Probleme bei der Boeing nach den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien mit 346 Toten setzt TUIfly weiter auf das spritsparende Modell: „Es gibt keine Diskussionen, das Flugzeug nicht zu nehmen.“

Seit der Auslieferung der ersten Boeing 737 Max im Januar 2018 gab es bis zum Grounding im März 6500 Flüge bei Tuifly: „Es gab weder Meldungen unserer Piloten noch irgendwelche Zwischenfälle.“

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