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Uber-Aktie floppt zum Börsenstart – deutlicher Kursverlust

Die Uber-Aktie hatte keinen perfekten Start an der Wall Street.

Die Uber-Aktie hatte keinen perfekten Start an der Wall Street.

Foto: BRENDAN MCDERMID / Reuters

Berlin  Uber ist seit diesem Freitag an der Börse. Doch die Nachfrage nach den Aktien war eher verhalten. Das Debüt verlief nicht nach Plan.

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Erwartet wurde nicht weniger als der Börsengang des Jahres – doch am Ende war das Interesse an den Uber-Aktien echt gering. Der erste Kurs der unter dem Tickerkürzel „UBER“ gelisteten Papiere lag am Freitag bei 42 Dollar – und damit knapp sieben Prozent unter dem Ausgabepreis von 45 Dollar.

Mit der Ausgabe neuer Aktien hatte sich das US-amerikanische Unternehmen zuvor 8,1 Milliarden Dollar bei seinen Anlegern geholt. Die Aktien konnte Uber dann aber nicht so erfolgreich wie erhofft platzieren.

Uber-Aktie mit wenig Nachfrage – Experten hatten das erwartet

Die Bewertung an der Börse? 82 Milliarden Dollar, mehr als 7,3 Milliarden Euro. Das klingt viel, jedoch waren Beobachter und Experten von einem noch besseren Start ausgegangen, angepeilt waren offenbar 100 Milliarden.

Mit Spannung war erwartet worden, wie sich das Unternehmen um Vorstandschef Dara Khosrowshahi an der New York Stock Exchange schlagen würde. Angesichts der schlechten Stimmung am Markt hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Nachfrage nach den Papieren eher verhalten sein dürfte.

Trotzdem: Uber stemmt den größten Börsengang seit dem des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba im Jahr 2014.

Uber an der Börse: Start gut – aber Marktsituation hinterlässt Spuren

Für Deutschland steht zusätzliches Geld für Investitionen zur Verfügung, wodurch sich die Konkurrenz zum hiesigen Taxigewerbe verschärfen könnte. Beispielsweise in Berlin, Hamburg und Köln lassen sich Mietwagen von UberX bestellen. Außerdem bietet die Plattform die Vermittlung von Taxis an. Seit kurzem

Den Bundesverband Taxi- und Mietwagen beunruhigt der Börsengang: „Das Risiko nimmt zu, dass der Markt durch Preisdumping zerstört wird“, sagte Präsident Michael Müller unserer Redaktion.

UberX ist für die Taxibetriebe direkte Konkurrenz, weil die Mietwagen nicht an Taxitarife gebunden sind. Uber kann die Fahrten also billiger anbieten. Das Taxigewerbe ist stark reguliert, da es einen Teil des öffentlichen Nahverkehrs darstellt. Die UberX-Mietwagen dürfen dagegen offiziell nicht in den Städten zirkulieren, sondern müssen nach jeder Fahrt zu ihrer Zentrale zurückkehren – was sie aber oft nicht tun.

Interview:

Scheuer will Rückkehrpflicht für Uber-Mietwagen abschaffen

Für kommenden Freitag hat nun Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Sitzung einer Findungskommission einberufen. Scheuer sucht offenbar einen parteiübergreifenden Kompromiss zur Reform des Personenbeförderungsgesetzes, das die Taxi- und Mietwagenbranche regelt.

Dafür hat Scheuer Eckpunkte vorgelegt. Unter anderem schlägt er vor, die Rückkehrpflicht der Mietwagen zu ihren Zentralen abzuschaffen. Dass die Politik handelt, ist überfällig.

Fragt nach Profit-Aussichten – Streiks wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ geriet Uber im ersten Quartal tiefer in die Verlustzone. In den zwölf Monaten bis Ende März wurden demnach 3,7 Milliarden Dollar eingebüßt – ein Rekordminus für Unternehmen im Jahr vor ihrem Börsengang. Zudem geriet die vor zehn Jahren gegründete Firma durch ihre aggressive Expansion, bei der sie sich mitunter nicht besonders um Regeln und Gesetze scherte, in viele Konflikte mit Behörden rund um den Globus.

Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste nach einer Reihe von Skandalen gehen. Seinem Nachfolger Dara Khosrowshahi gelang es zwar, den Ruf etwas aufzupolieren und einige Auseinandersetzungen wie etwa einen Rechtsstreit um Roboterauto-Patente mit der Google-Tochter Waymo zu beenden.

Doch Ärger gibt es nach wie vor. So protestierten vor dem Börsengang etwa Uber-Fahrer mit Streiks, um auf angeblich schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.

Bei der Börsenpremiere stellt sich für Anleger indes vor allem die Frage, ob Uber schwarze Zahlen liefern kann. Khosrowshahi warnte bereits vor Monaten, Uber sei nichts für Investoren, die „ein vorhersehbar profitables Unternehmen wollen“. (Hannes Koch)

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