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Vodafone streicht Unitymedia als Marke – und 1300 Stellen

Unitymedia wird von Vodafone übernommen. Die Marke verschwindet vom Markt.

Unitymedia wird von Vodafone übernommen. Die Marke verschwindet vom Markt.

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Essen.  Vodafone streicht Marke Unitymedia und 1300 Stellen. Zugleich schaltet der Telekom-Rivale 5,5 Millionen Gigabit-Anschlüsse frei, zum Kampfpreis.

Der Düsseldorfer Mobilfunkriese Vodafone streicht die Marke Unitymedia nach der Übernahme des gleichnamigen Kabelnetzbetreibers. Im Zuge der Integration werden 1300 Arbeitsplätze abgebaut, bestätigte Vodafone am Montag. Darüber gebe es bereits einen Sozialplan mit den Arbeitnehmervertretern. Zusammen haben Vodafone und Unitymedia bisher rund 16.000 Mitarbeiter, es fällt demnach etwa jede zwölfte Stelle weg.

Bisher war bekannt, dass der Konzern in den kommenden beiden Jahren 135 Millionen Euro beim Personal sparen will. Einige Stellen sollen durch normale Fluktuation eingespart werden, einige durch Streichung von Doppelfunktionen – sowohl in den Führungsebenen als auch in den Shops. An Doppelstandorten wird der jeweils schwächere geschlossen, unabhängig davon, ob er bisher zu Unitymedia gehörte oder zu Vodafone. Da über einzelne Standorte noch mit der Mitbestimmung geredet werde, könne Vodafone noch nicht genau sagen, welche und wie viele Shops genau geschlossen werden. Die Telekom hatte unlängst angekündigt, 99 ihrer 500 eigenen Shops zu schließen und dabei 800 Arbeitsplätze abzubauen.

In einer Mitteilung zum Stand der Integration von Unitymedia kündigte der Konzern am Montag einen Preiskampf bei superschnellen Internetverbindungen an. Am Montag habe Vodafone in NRW, Hessen und Baden-Württemberg „auf einen Schlag weitere 5,5 Millionen Kabel-Anschlüsse für Gigabit-Geschwindigkeit freigeschaltet“, heißt es in der Mitteilung. Dies sei „ein Kraftakt, der dazu führt, dass nun 17 Millionen Haushalte im gesamten Kabel-Verbreitungsgebiet Deutschlands Highspeed buchen können“, so Vodafone.

Kampfpreis von 40 Euro im Monat

Mit Verträgen für 40 Euro im Monat greifen die Düsseldorfer den Bonner Marktführer Deutsche Telekom auf dem Festnetzmarkt frontal an. Bisher kosteten die Gigabit-Anschlüsse 70 Euro. Verfügbar waren sie bislang nur in wenigen NRW-Städten, darunter neben Köln und Düsseldorf auch Bochum und Hagen. Das Angebot von 39,99 monatlich fürs Sprach-Festnetz und eine Internet-Flat mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde soll kein Lockangebot sein, sondern gelte dauerhaft und sei auch für Bestandskunden buchbar, betonte Vodafone.

Damit zielt Vodafone auch auf Telekom-Kunden mit DSL-Anschlüssen. Die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia vor einem Jahr diente von Beginn an dazu, Vodafone unabhängiger von DSL-Anschlüssen zu machen, die von der Telekom auf der letzten Meile gemietet werden müssen. Die Düsseldorfer sparen mit neuen Gigabit-Kabelanschlüssen für eigene Kunden somit auf Anhieb Geld. Gleichzeitig will Vodafone Telekom-Kunden ins schnellere Gigabit-Netz locken.

Telekom hält mit DSL-Ausbau dagegen

Die Telekom versucht, mit schnellen DSL-Anschlüssen gegenzuhalten, sie rüstet ihr Netz kontinuierlich auf. Ihr schnellstes Paket „Magenta Zuhause XL“ bietet derzeit in rund 20 Millionen Haushalten Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde an, das ist für alle gängigen Anwendungen ebenfalls mehr als ausreichend. Es kostet allerdings derzeit ab dem siebten Monat 54,95 Euro.

Vodafone wird künftig nur noch seine roten Shops betreiben, man nehme „die Marke Unitymedia vom Markt“, teilte der Konzern mit. Unitymedia-Shops würden „ab sofort umgestaltet“. Mit seinem neuen Gigabit-Tarif will Vodafone natürlich auch viele Unitymedia-Bestandskunden mit günstigeren Tarifen zu niedrigeren Geschwindigkeiten zum Umstieg bewegen.

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