Sparmaßnahme

Volksbank und Sparkasse legen erstmals Filialen zusammen

Die Sparkasse und die Volksbank teilen sich Greven (NRW) bereits ein SB-Center. In Hessen wollen die Geldhäuser künftig gemeinsame Filialen betreiben.

Die Sparkasse und die Volksbank teilen sich Greven (NRW) bereits ein SB-Center. In Hessen wollen die Geldhäuser künftig gemeinsame Filialen betreiben.

Foto: Anja Cordvia www.imago-images.de / imago images / Cord

Frankfurt/Main.  Die Frankfurter Volksbank und die Taunus-Sparkasse betreiben künftig gemeinsame Filialen. Eine Kooperation, die Schule machen könnte.

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Die Frankfurter Volksbank und die Taunus-Sparkasse in Hessen wollen an mehreren Standorten Filialen zusammenlegen. Die Maßnahme soll zur Kostensenkung beitragen und die Präsenz in der Fläche gewährleisten.

Deutschlands zweitgrößte Volksbank bestätigte die Zusammenlegungen am Freitag, nachdem der „Spiegel“ und die „Welt am Sonntag“ darüber berichtet hatten. Details wollen die beiden Banken in einer gemeinsamen Pressekonferenz am kommenden Dienstag (3. September) bekanntgeben.

Unter Kennern der Branche gilt es als nicht unwahrscheinlich, dass derartige Kooperationen künftig von mehreren Geldhäusern als Antwort auf den Spardruck gegeben wird. Den Mittelweg zwischen digitalen Angeboten und Präsenz in der Fläche zu finden, verlangt vielen Banken große Anstrengungen ab.

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Seit Jahren schrumpft die Zahl der Filialen, denn das dichte Netz kostet die Institute eine Menge Geld – und das in einer Zeit, in der sich Geldhäuser wegen des Zinstiefs ohnehin schwertun mit dem Geldverdienen und zugleich viel Geld für Regulierung und neue digitale Angebote aufwenden müssen.

Den Berichten zufolge werden Frankfurter Volksbank und Taunus-Sparkasse an 50 Standorten gemeinsame Filialen betreiben, die an vier Wochentagen geöffnet haben sollen. An zwei Tagen werden Sparkassen-Kunden betreut, an den anderen zwei Tagen Volksbank-Kunden.

Kunden werden anhand unterschiedlicher Beleuchtung – mal rot für die Sparkasse, mal blau für die Volksbank – erkennen, welches Institut gerade vertreten ist. Basisdienstleistungen wie etwa Geldabheben sollen durchgehend für alle Kunden über Automaten angeboten werden. In die Umgestaltung der Filialen investieren die beiden Institute gemeinsam bis zu fünf Millionen Euro – und sparen im Gegenzug jeweils jährlich Kosten in einstelliger Millionenhöhe.

Mehr als 12.000 Banken-Filialen haben seit 2007 dicht gemacht

Im vergangenen Jahr setzten sich Filialsterben und Fusionsdruck auf dem deutschen Bankenmarkt unter dem Druck der Zinsflaute und der Digitalisierung fort. Die Zahl der Geldhäuser verringerte sich Zahlen der Bundesbank zufolge zum Vorjahr um 40 auf 1783 Institute. Die Zahl der Zweigstellen schrumpfte über den gesamten deutschen Markt hinweg um 2239 auf 27.887 Filialen. Im Jahr 2007 waren es noch rund 40.000.

Die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, hatte sich bereits bei der Bilanzvorlage ihres Hauses offen für Kooperationen gezeigt. Das genossenschaftliche Institut setze auch auf Zusammenarbeit mit Sparkassen, „um gemeinsam an weniger frequentierten Standorten für unsere Kunden erreichbar zu sein“, führte Wunsch-Weber Mitte Februar aus.

Die Frankfurter Volksbank betreut mit rund 1600 Mitarbeitern mehr als 600.000 Privatkunden. Mit einer Bilanzssumme von rund 12,1 Milliarden Euro ist das Institut Deutschlands zweitgrößte Volksbank nach der Berliner Volksbank.

Die Taunus-Sparkasse liegt nach einer Übersicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) mit einer Bilanzsumme von mehr als 5,5 Milliarden Euro auf Rang 49 der zuletzt 385 Sparkassen in Deutschland. Das Institut beschäftigt gut 800 Mitarbeiter.

Viele Filialen der Deutschen Bank und der Postbank auf der Kippe

Nicht nur bei Volksbanken und Sparkassen, auch bei großen Privatbanken wie Deutscher Bank und Commerzbank steht das Filialnetz permanent auf dem Prüfstand. Einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge gibt es bei der Deutschen Bank Überlegungen, im Rahmen des angekündigten radikalen Konzernumbaus eine größere Zahl von Filialen der Deutschen Bank und der Postbank zu schließen. Die Rede ist von 200 Zweigstellen.

Ein Deutsche-Bank-Sprecher erklärte dazu am Freitag auf Anfrage, die Bank prüfe aktuell eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen, „um die bis 2022 gesteckten Ziele in der Privatkundenbank schneller zu erreichen und für ihre Kunden neue Impulse zu setzen.“ Die Deutsche Bank hatte die Zahl eigener Filialen in den vergangenen Jahren um 188 auf 535 verringert, die Postbank betreibt derzeit noch 850 eigene Filialen.

Auch die Commerzbank wird ihr vergleichsweise dichtes Filialnetz möglicherweise ausdünnen. In der Debatte über die künftige Ausrichtung des Instituts sind dem Vernehmen nach auch Filialschließungen kein Tabu. Im Gespräch ist eine Verringerung der Zahl der Zweigstellen von rund 1000 auf 800 bis 900.

Die Banken-Branche ist generell im Wandel. So kommen auch Anbieter auf den Markt angestammter Bankhäuser, die eher aus anderen Bereichen kommen – so auch Apple.

Mit dem Dienst von Apple lässt sich über App bezahlen, aber Apple bietet auch eine eigene Kreditkarte an.

(dpa/ba)

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