Ex-Evonik-Chef

Werner Müller ist tot – „Verdienste um Bergbau unschätzbar“

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD, links), Werner Müller, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister, und Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bei der Verleihung des Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen im April 2018.

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD, links), Werner Müller, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister, und Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bei der Verleihung des Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen im April 2018.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Essen.  Werner Müller war Wirtschaftsminister, Chef der RAG-Siftung und von Evonik. So drücken Weggefährten ihre Trauer über den Tod des 73-Jährigen aus.

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Der ehemalige Wirtschaftsminister, Gründer von Evonik und Chef der RAG-Stiftung Werner Müller ist am Montag im Alter von 73 Jahren gestorben. Für das Ruhrgebiet und den Abschied vom Bergbau war Müller eine wichtige Persönlichkeit.

Am Dienstag äußerten sich viele ehemalige Weggefährten aus Wirtschaft und Politik und nahmen Abschied. Eine Auswahl der Statements gibt es hier zusammengefasst.

Werner Müller gestorben – Politisches Weggefährten nehmen Abschied

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ließ über die Staatskanzlei folgende Stellungnahme verkünden: „Mit Werner Müller verliert Nordrhein-Westfalen einen herausragenden Unternehmenslenker und Visionär. Als Pionier hat der gebürtige Essener die Zukunft des Ruhrgebiets wesentlich geprägt und sich mit ganzem Herzen für seine Heimat eingesetzt. Von seinem innovativen Erbe werden noch viele Generationen leben.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: „Werner Müller ist tot. Er war von 1998-2002 ein allseits respektierter Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland. Bis zuletzt hat er sich in den Dienst unseres Landes gestellt. Mit ihm verlieren wir eine große Persönlichkeit. Wir verneigen uns in Respekt und Dankbarkeit.“

Kramp-Karrenbauer und Juncker sprechen Wertschätzung aus

CDU-Parteichefin und seit Dienstagabend neue Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer schrieb am Dienstagvormittag: „Das ist wirklich eine traurige Nachricht. Habe ihn als Ministerpräsidentin in der gemeinsamen Arbeit in der RAG Stiftung auch als Mensch sehr schätzen gelernt.“

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte Müller in einer Mitteilung ein „typisches Kind des Ruhrgebiets, wo er als sehr angesehener Industriemanager gewirkt hat“. Juncker schätzte Müller „enorme Fachkenntnis, sein trockener Humor und seine unaufgeregte Art“. Werner Müllers Verdienste um den deutschen Bergbau und die Bergleute seien „unschätzbar“.

Werner Müller – Sein Leben ist eng mit dem Ruhrgebiet verknüpft

  • Werner Müller wurde 1946 in Essen geboren.
  • Er studierte Volkswirtschaft, Philosophie und Sprachwissenschaft und arbeitete ab 1973 bei RWE.
  • Danach wechselte er zur Veba, die 2000 im Versorger E.ON aufging.
  • Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) machte den parteilosen Müller 1998 zum Wirtschaftsminister.
  • Im Jahr 2003 übernahm Müller den Vorsitz der Ruhrkohle AG (RAG) und war maßgeblich an der Gründung des Chemie-Konzern Evonik beteiligt. Unter anderem mit den Evonik-Dividenden finanziert die RAG-Stiftung die dauerhaften Lasten des Bergbaus, etwa das Abpumpen von Grubenwasser.
  • Ende 2012 wurde Werner Müller Chef der RAG-Stiftung. Außerdem saß er im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund.
  • Müller hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Jürgen Trittin: Werner Müller hat viel für diese Gesellschaft getan

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schrieb: „Eine sehr traurige Nachricht: Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ist gestorben. Ich trauere um einen klugen Politiker und Manager und einen humorvollen Menschen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“

Grünen-Politiker Jürgen Trittin teilte über Twitter mit: „Mein Freund Werner Müller ist heute gestorben. Er hat viel für diese Gesellschaft getan. Mein Mitgefühl für seine Frau und seine Familie.“ Trittin gehörte wie Müller zum ersten Kabinett unter Gerhard Schröder: Müller als Minister für Wirtschaft, Trittin als Umweltminister.

Erinnerungen an Zigarillos und legendäre Sätze

Die Bochumer Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering (SPD) erinnerte sich an die erste Begegnung mit Müller: „In seinem Büro als Wirtschaftsminister stand stets ein Klavier, heißt es. Als ich ihn kennenlernte, rauchte er Zigarillos. Möge der Himmel beides für ihn bereit halten. Wir verabschieden uns von einem, für den das Ruhrgebiet Heimat und Verantwortung war.“

Bodo Löttgen, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag, twitterte: „Mit Werner Müller ist ein Visionär von uns gegangen, dessen Ideen weit über sein Lebenswerk hinausgehen. Sein legendärer Satz, „Es gibt eine einfache Regel: Du musst am Ende mehr Freunde als Feinde haben.“ hat an seinem Todestag besondere Bedeutung für sein Europa.“ Damit dürfte Löttgen auf die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin anspielen.

Evonik verabschiedet sich von „herausragender Persönlichkeit“

Der Evonik-Konzern veröffentlichte ebenfalls eine Stellungnahme. Darin schreibt der Aufsichtsrat über ihr Gründungsmitglied: „Werner Müller hat als Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG und als Vorsitzender des Aufsichtsrates über viele Jahre die Geschicke des Konzerns entscheidend geprägt. Er hatte den entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Gestaltung des Strukturwandels in den Bergbauregionen in Nordrhein-Westfalen und im Saarland.“

Der Konzern habe mit Müller „eine herausragende Persönlichkeit“ verloren. „Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“ (mein/rtr/dpa)

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