Thyssenkrupp

Cevian verkauft Thyssenkrupp-Aktien – Kurs bricht ein

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Der Finanzinvestor Cevian hat knapp die Hälfte seiner Thyssenkrupp-Aktien verkauft. Unser Foto zeigt die Konzernzentrale in Essen.

Der Finanzinvestor Cevian hat knapp die Hälfte seiner Thyssenkrupp-Aktien verkauft. Unser Foto zeigt die Konzernzentrale in Essen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Essen/London.  Großaktionär Cevian verkauft fast die Hälfte seines Thyssenkrupp-Pakets und schickt damit den Kurs auf Talfahrt. Schweden behalten 7,9 Prozent.

Der langjährige Großaktionär Cevian hat knapp die Hälfte seiner Thyssenkrupp-Anteile verkauft. Der schwedische Finanzinvestor trennte sich von gut 43 Millionen Aktien, was einem Anteil von 7,2 Prozent am Essener Industrie- und Stahlkonzern bedeutet. Die Nachfrage war größer als das angebotene Paket. Nach dieser Großtransaktion sackte der Kurs des im MDax notierten Thyssenkrupp-Papiers zeitweise um mehr als sieben Prozent ab.

Cevian nutzte die gute Kursentwicklung der vergangenen Wochen und Monate zum Verkauf. Er war nach guten Bilanzzahlen vergangenen Donnerstag und der von Konzernchefin Martina Merz verkündeten „Trendwende“ auf ein Sechs-Monats-Hoch von 10,85 Euro gestiegen. Das ist zwar das Dreifache des Allzeittiefs von 3,81 Euro im März 2020, aber immer noch deutlich weniger als beim Einstieg von Cevian vor acht Jahren.

Obwohl die Schweden letztlich ihr großes Paket mit Verlust verkauft haben, betonte die Investmentgesellschaft auf Nachfrage unserer Redaktion, weiter Großaktionärin von Thyssenkrupp bleiben zu wollen. Mit den verbleibenden 7,9 Prozent ist Cevian nach der Krupp-Stiftung mit rund 21 Prozent und Harris mit gut acht Prozent nun knapp hinter Harris drittgrößter Einzelaktionär.

Mit der jüngsten Anpassung ihrer Strategie hat Konzernchefin Merz den ungewohnt langjährig beteiligten Investor jedenfalls nicht verschreckt. Sie hatte angekündigt, sich von der Stahlsparte trennen und das Wasserstoff-Geschäft an die Börse bringen zu wollen. Cevian habe „die Weichenstellungen in Strategie, Struktur und in den operativen Bereichen unterstützt“ und werde Thyssenkrupps Vorstand dabei auch künftig zur Seite stehen, hieß es. Die jüngst vorgelegte Bilanz 2020/21 und die Steigerung des Aktienkurses zeigten, „dass der Turnaround Erfolge zeigt“.

Die Krupp-Stiftung als nun mit Abstand größte Einzelaktionärin erklärte zum Teilausstieg von Cevian, die Aktivitäten anderer Investoren nicht zu kommentieren, betonte aber: „Als Ankeraktionärin bleiben wir weiterhin in Thyssenkrupp investiert. An der Haltung hat sich nichts geändert.“

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