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Corona-Verdacht: Ärztliche Erstdiagnose per Smartphone

Emergency Eye ermöglicht es dem Arzt, per Videochat mit der Patientin Kontakt aufzunehmen.

Emergency Eye ermöglicht es dem Arzt, per Videochat mit der Patientin Kontakt aufzunehmen.

Foto: Vodafone

Düsseldorf.  Patienten, die über mögliche Corona-Symptome klagen, können sich per Videochat an einen Arzt wenden. Was hinter dem Service von Vodafone steckt.

Viele Menschen scheuen in diesen Wochen den Weg in die womöglich überfüllte Arztpraxis – aus Angst, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Vodafone bringt deshalb eine Smartphone-Technik auf den Markt, die dem Arzt eine Erstdiagnose aus der Ferne erleichtern soll.

„Emergency Eye“ (Notfallauge) heißt das System, das Vodafone kurzfristig gemeinsam mit dem Start-up Corevas weiterentwickelt hat. Mit Emergency Eye können Ärzte und Helfer jetzt während eines Anrufs direkt einen Videoanruf zum Patienten aufbauen – ganz ohne App und ganz unabhängig vom Typ des Smartphones, das der Anrufer nutzt.

„Als Digitalisierungskonzern bauen wir Brücken, wo in diesen Tagen ein Virus Mauern hochzieht“, sagte Hannes Ametsreiter, Deutschlandchef von Vodafone, unserer Redaktion. „Emergency Eye entlastet unsere Ärzte, Helfer und Pfleger und hilft Infektionsketten zu unterbrechen.“

Coronavirus- Sieben Arztpraxen in Bochum sind geschlossenDas Notfallauge sollen Arztpraxen, Krankenhäuser und Corona-Teststellen bereits in dieser Woche nutzen können. Vodafone betont, dass der Service während der Pandemie kostenlos angeboten werde. Bislang kam Emergency Eye vorrangig in Rettungsleitstellen zum Einsatz. Nun sollen es auch Menschen nutzen können, die mutmaßlich an Covid-19 erkrankt sind und Hilfe bei Ärzten, Krankenhäusern oder Sichtungsstellen suchen.

„Ein Bild sagt auf Anhieb mehr als tausend Worte“, erklärt Thomas Dilbens, Leiter der Rettungsleitstelle Rhein Kreis Neuss. Bei der Ersteinschätzung aus der Ferne seien visuelle Eindrücke besonders wichtig. Anhand der Bilder, die das Smartphone überträgt, aber natürlich auch dem persönlichen Gespräch sollen Mediziner entscheiden können, ob eine Behandlung in der Praxis oder im Krankenhaus nötig ist und ob ein Corona-Test angezeigt ist.

Sollten nach Einschätzung der Mediziner auf Basis des Video-Telefonats vorerst keine weiteren Untersuchungen notwendig sein, können Ärzte und Helfer Maßnahmen aus der Ferne einleiten und dabei überfüllte Wartezimmer und unnötige Verlängerungen der Infektionsketten verhindern.

„Mit Emergency Eye erhalten Menschen in einer Notlage schnell die richtige Hilfe – und die behandelnden Mediziner können in Notfällen sofort auf bestmögliche Informationen zugreifen“, meint Guenter Huhle, Gründer und CEO des Start-up Corevas, das die Technik entwickelt hat. Als Technologiepartner will Vodafone sicherstellen, dass der Video-Chat zwischen Arzt und Patient auch dann funktioniert, wenn etwa das monatliche Datenvolumen des Anrufers fast aufgebraucht ist. Nach eigenen Angaben hat Vodafone für das System einen separaten Kommunikationskanal eingerichtet, um den Video-Chat im Notfall so schnell wie möglich zu starten.

Emergency Eye soll künftig auch Service- und Technikmitarbeiter von Energie-, Wasserversorgungs- oder Infrastrukturunternehmen zur Verfügung gestellt werden, um bei Defekten oder Anschluss-Schwierigkeiten per Video-Chat Hilfestellung zu leisten.

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