Metro-Verkauf

Haniel gibt alle Metro-Aktien an Milliardär Kretinsky ab

Die Metro-Großmärkte reizen den Milliardär Kretinsky.

Die Metro-Großmärkte reizen den Milliardär Kretinsky.

Foto: Kai Kitschenberg

Duisburg.  Die Duisburger Haniel-Gruppe verkauft ihre Metro-Aktien komplett an den tschechischen Milliardär Kretinsky. Doch der ist längst nicht am Ziel.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky kommt bei seiner Übernahme des Handelsriesen Metro voran: Haniel hat das Angebot von Kretinskys Beteiligungsgesellschaft EP Global Commerce angenommen, teilte der Duisburger Großaktionär am Donnerstag mit. Er werde alle seine Metro-Stammaktien für die von Kretinsky gebotenen 16 Euro verkaufen, hieß es. Haniel hält noch gut 15 Prozent der Metro-Anteile.

Kretinsky will die Metro ganz allein besitzen Mit dieser Zustimmung hatte Kretinsky allerdings ohnehin fest gerechnet und die Haniel-Aktien in seinem unlängst verbreiteten Zwischenergebnis bereits verbucht: Er halte 32,7 Prozent, hatte er bei der Vorlage des offiziellen Übernahmeangebots vor gut einer Woche erklärt. Es gelte aber nur bei Erreichen einer Mindestschwelle von 67,5 Prozent, lautet seine Bedingung. Kretinsky will die Metro mittelfristig allein besitzen und den MDax-Konzern von der Börse nehmen. Das kündigte er in seinem offiziellen Angebotsprospekt an.

Dafür muss er noch einige Aktionäre überzeugen, etwa die Meridian-Stiftung, der 16 Euro zu wenig sind. Die Stiftung der Duisburger Händlerfamilie Schmidt-Ruthenbeck ist mit knapp 15 Prozent derzeit zweitgrößter Metro-Aktionär und will dem Vernehmen nach „aus grundsätzlichen Erwägungen“ heraus an der Metro beteiligt bleiben.

Am kommenden Mittwoch will Metro-Chef Olaf Koch ausführlich Stellung nehmen zum Übernahmeangebot. Erwartet wird eine klare Empfehlung an die Aktionäre, es abzulehnen.

Haniel: Kretinsky ist der richtige

Haniel-Chef Thomas Schmidt nannte die 16 Euro dagegen einen „attraktiven Kaufpreis“. Er beinhalte „einen für alle Aktionäre der Metro AG signifikanten Aufschlag, insbesondere unter Berücksichtigung der notwendigen und derzeit laufenden Transformationsprozesse im Unternehmen“.

Was Schmidt damit wohl ausdrücken will: Nach den turbulenten Jahren mit einigen Teilungsprozessen und vielen Problemen geht Kretinsky mit seinem Einstieg ins Risiko, was die aktuellen Aktionäre bei ihrer Entscheidung würdigen sollten.

Kretinsky begrüßt Real-Verkauf

Metro will sich künftig ganz auf seine gut 770 Großhandelsmärkte in 26 Ländern konzentrieren und seine Supermarktkette Real verkaufen. Diese Strategie heißt Kretinsky ausdrücklich gut. Haniel hält den Tschechen für den richtigen Mann, diesen Plan zu Ende und zu einem Erfolg zu führen. Schmidt drückt das so aus: „Wir sind davon überzeugt, dass eine Vereinfachung der Aktionärsstruktur und die Ausübung der Kontrollfunktion durch einen Großaktionär die besten Voraussetzungen bieten, die Metro AG in einem fordernden Marktumfeld erfolgreich zu transformieren.“ Zuletzt hatte Kaufland ein Gegenangebot vorgelegt, das allerdings bei der Metro auf wenig Gegenliebe stößt.

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