Tarifstreiks

Weiter Poststreik in NRW: Pakete und Briefe bleiben liegen

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Erneuter Post-Streik in NRW: Mitarbeitende der Post haben am  Freitag zum dritten Mal innerhalb einer Woche die Arbeit niedergelegt.

Erneuter Post-Streik in NRW: Mitarbeitende der Post haben am Freitag zum dritten Mal innerhalb einer Woche die Arbeit niedergelegt.

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Düsseldorf.  Der Post-Streik in NRW geht auch am Freitag weiter. Laut Verdi haben Mitarbeitende an anderen Orten als am Donnerstag die Arbeit niedergelegt.

  • Post-Streik in NRW: Auch an diesem Freitag haben Mitarbeitende die Arbeit niedergelegt.
  • Verbaucher mussten durch den erneuten Streik bei der Post Verzögerungen bei Briefen und Paketen in Kauf nehmen.
  • Post-Streik in NRW: Wir haben die wichtigsten Informationen gesammelt.

Um den Druck im Tarifstreit mit der Deutschen Post zu erhöhen, hat die Gewerkschaft Verdi am Freitag in NRW erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Wieder sollen Zusteller in regionalen Bereichen sowie Beschäftigte in einigen Brief- und Paketzentren ihre Arbeit niederlegen. „Die Streiks in diesem Umfang sind notwendig und gerechtfertigt, da die Arbeitgeberseite auch in den zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorlegt hat“, sagte Thomas Großstück von Verdi NRW.

Der Warnstreik am Freitag sei regional anders verteilt und finde dieses Mal an anderen Standorten statt. „Wir erwarten auch dort wieder eine gute Beteiligung“, so Großstück.

Post-Streik: Verdi verlangt 15 Prozent mehr Lohn für Beschäftigte

Bereits am Donnerstag und in der vergangenen Woche hatten Tausende Briefträger, Paketboten und andere Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitnehmerseite verlangt unter anderem 15 Prozent mehr Lohn für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten im Bereich Post & Paket Deutschland. Der Deutschen Post ist das viel zu viel, sie hält diese Forderung für nicht erfüllbar.

Fragen und Antworten zum Post-Streik:

Welche Auswirkungen hat der Post-Streik in NRW?

Als Folge der Ausstände blieben Firmenangaben zufolge bundesweit rund 450.000 Pakete liegen, das waren knapp sieben Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge. Bei den Briefen lag die Quote bei 3,5 Prozent, also 1,7 Millionen. Spätestens Anfang nächster Woche sollen diese Sendungen zugestellt werden - der genaue Zeitpunkt der Auslieferung hängt auch davon ab, ob weitere Arbeitsniederlegungen folgen und die benötigten Sortier- und Zustellzentren betroffen sind.

Was sagt die Post zu den erneuten Streiks?

Ein Sprecher der Post reagierte mit Unverständnis auf die neuerlichen Arbeitsniederlegungen. Man habe bereits angekündigt, zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 8. Februar ein Angebot vorzulegen. Daher seien die Warnstreiks „unnötig, da sie letztlich nur zulasten unserer Kundinnen und Kunden gehen“.

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Post-Streik in NRW: Wann steht die nächste Verhandlungsrunde an?

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 8. und 9. Februar statt. Wie Andreas Scholz, Sprecher von Verdi, schon in der vergangenen Woche erklärte, "werden wir den Streik ausweiten. Es wird verschiedene Wellen geben. Zustellerinnen und Zusteller sollen in Zukunft stärker involviert werden. Verdi will die Streiks „als deutliches Zeichen in Richtung Arbeitgeber“ verstanden wissen. Die Arbeitgeber hätten in der zweiten Verhandlungsrunde deutlich gemacht, dass sie nicht bereit seien, die Reallohnverluste der 160.000 Tarifbeschäftigten auszugleichen.

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Post-Streik: Welche Mitarbeitenden waren beteiligt?

Die Gewerkschaft Verdi sprach von 6000 Teilnehmern der Warnstreiks am Donnerstag, die Deutsche Post von 3100. Wie schon bei den Warnstreiks in der vergangenen Woche lag die Beteiligungsquote an den betroffenen Post-Standorten Firmenangaben zufolge bei etwa einem Drittel. Insgesamt wurden diesmal aber weniger Standorte bestreikt.

Post-Streik in NRW: Was fordert die Gewerkschaft?

Die Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der überwiegende Teil der Verdi-Mitglieder bei der Post habe ein niedriges Einkommen und könne Reallohnverluste nicht verkraften, argumentieren die Arbeitnehmervertreter.

Das Unternehmen lehnt die Forderung als unrealistisch ab. Die Annahme, dass Lohnsteigerungen durch Preiserhöhungen weitergegeben werden könnten, sei falsch. Die Post verweist auf die Preisregulierung für das Brief- und Paketgeschäft in Deutschland. (mit dpa)

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