Thyssenkrupp

Thyssenkrupp: IG Metall fürchtet weitere Umstrukturierungen

Die Thyssenkrupp-Zentrale in Essen.

Die Thyssenkrupp-Zentrale in Essen.

Foto: Thilo Schmülgen, rtr

Essen.   Gewerkschaftschef Hofmann nennt Spaltung von Thyssenkrupp „das kleinere Übel“, rechnet aber mit „weiteren Umstrukturierungen nach der Teilung“.

Die im Dax in Mode gekommenen Konzernspaltungen bereiten der IG Metall Sorgen. Die Unsicherheit für die Beschäftigten wachse dadurch, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei Thyssenkrupp sieht er gute Perspektiven, befürchtet aber auch weitere Umstrukturierungen.

In den Dax-Konzernen geht die Spalteritis um. Eon und RWE haben sich geteilt, Thyssenkrupp ist gerade dabei. Was halten Sie davon?

Hofmann: Wir hätten es bei Thyssenkrupp gerne vermieden, doch es bringt dank der erreichten Absicherungen Perspektiven für die Beschäftigten mit sich und ist deshalb das kleinere Übel. Wir wären aber blauäugig, wenn wir nicht mit weiteren Umstrukturierungen nach einer Teilung rechnen würden. Was Sie beschreiben, ist aber ein allgemeines aktuelles Phänomen, Siemens zerlegt sich ja im Jahresrhythmus. Das ist zum Teil strategisch nachvollziehbar, zum Teil aber auch von aktivistischen Investoren getrieben, die alle Einzelteile schnell an die Börse bringen wollen, um Kasse zu machen.

Was heißt das für die Beschäftigten?

Hofmann: Die Unsicherheit wächst bei Zerschlagungen. Aktivistische Investoren sind längst wieder weg, wenn die Folgen sichtbar werden. Wenn auch langfristige Investoren dieser Politik heute teilweise die Hand reichen, ist dies Schönwetterpolitik und kurzfristig. Ich wette aber, dass in schlechteren Zeiten das Pendel zurückschlägt und Mischkonzerne wieder als sichere Häfen von langfristigen Investoren geschätzt werden.

Thyssenkrupp spaltet sich nicht nur auf, sondern auch den Stahl ab. Die Zentrale soll nach der Fusion mit Tata in die Niederlande abwandern. Wie sehr schmerzt Sie das?

Hofmann: Erstens muss die Fusion mal klappen, sprich von den Kartellbehörden so genehmigt werden, dass keine Nachteile für die Mitarbeiter entstehen, etwa durch geforderte Teilverkäufe. Und zweitens tut der Verlust der Duisburger Stahl-Zentrale sehr weh. Wir glauben aber, dass die Fusion mit Tata für die Stahl-Beschäftigten eine Lösung sein kann, die nach vorne weist.

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