Easy Software AG

Turbulenzen in der Mülheimer Software-Schmiede Easy

Die Easy Software AG hat ihren Sitz am Mülheimer Hauptbahnhof.

Die Easy Software AG hat ihren Sitz am Mülheimer Hauptbahnhof.

Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Turbulenzen bei der Easy Software AG. Der Aufsichtsratsvorsitzende Oliver Krautscheid in den Vorstand berufen. Der Chef hat Urlaub genommen.

Die Easy Software AG in Mülheim gehört zu den führenden Entwicklern von Lösungen, die das papierlose Büro ermöglichen. Das Unternehmen mit knapp 400 Beschäftigten ist zuletzt rasant gewachsen. In einer nächtlichen Sitzung beschloss der Aufsichtsrat jetzt, den Chefaufseher Oliver Krautscheid in den Vorstand zu entsenden. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Weißhaar, der erst Mitte 2018 zu Easy gekommen war, hat nach Angaben des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan ten Doornkaat Urlaub genommen.

In einer Ad-hoc-Mitteilung wird ten Doornkaat zitiert: „Die Verantwortung für Easy Software muss auf mehreren Schultern ruhen. Stetiges und nicht zuletzt ertragsstarkes Wachstum ist das Ergebnis eines starken Teams. Oliver Krautscheid steht für Finanzexpertise, absolute Integrität und die Fähigkeit, ein solches Team zu formen.“

Krautscheid soll sich um die Finanzen kümmern

Im Gespräch mit unserer Redaktion äußerte sich ten Doornkaat auch zur Zukunft des Vorstandsvorsitzenden: „Herr Weißhaar soll sich künftig auf seine Stärken im Vertrieb konzentrieren“, Krautscheid werde ihm als Finanzchef zur Seite gestellt. Eine Strategieänderung sei damit nicht verbunden.

Krautscheid, der in der Mitteilung als 52-jähriger Finanzexperte bezeichnet wird, beschreibt selbst seine Ziele: „Nicht zuletzt wird es darum gehen, Kundenfokus und Mitarbeiterzufriedenheit mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmenskultur zu vereinbaren“, kündigt er an.

Auf der Easy-Website wird Krautscheid als „Multi-Aufsichtsrat, Finanzexperte und Beteiligungsmanager“ tituliert. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz die Berliner Krebsforschungsfirma Mologen zum „schlimmsten Kapitalvernichter der Deutschen Börse“ erklärt. Krautscheid, der früher für Unternehmensberatungen wie McKinsey und KPMG arbeitete, leitet seit 2014 den Mologen-Aufsichtsrat. Am 1. Februar wurde das Insolvenzverfahren für Mologen eröffnet.

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