Brauwirtschaft

Wie die Corona-Krise die Krombacher Gruppe trifft

Die Krombacher-Brauerei ist vergleichsweise gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. 

Die Krombacher-Brauerei ist vergleichsweise gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. 

Foto: Krombacher / WP

Kreuztal / Krombach  Die Krombacher Brauerei aus dem Siegerland kommt bisher glimpflich durch die Krise. Nur Export und Fassbierabsatz brechen ein.

Die Krombacher Gruppe hat das Corona-Krisenjahr vergleichsweise gut überstanden. Nach Rekordjahren sanken der Ausstoß und der Umsatz der Siegerländer Brauerei zwar, allerdings vergleichsweise überschaubar. Der Getränkeabsatz reduzierte sich um 188.000 Hektoliter (hl) auf gut 7,4 Millionen hl (minus 2,5 Prozent). Beim Umsatz verbuchte man 828,4 Millionen Euro (minus 33,7 Mio. Euro beziehungsweise 3,9 Prozent).

Über 60 Prozent weniger Fassbierabsatz

Bedingt durch die Shutdowns im Frühjahr und seit November, bei denen insbesondere Hotels und Gastronomien von Schließungen betroffen waren und sind, den Pandemie bedingten Absagen von Festen und Großveranstaltungen, brach das Fassbiergeschäft um über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Rund 1600 Gastronomien hatte Krombacher 2019 noch neu hinzugewonnen und in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag zur Ausstattung investiert. Wie viele Kunden der Brauerei die Krise überstehen werden, ist unklar. „Es werden weniger sein als vorher, auch wenn wir versuchen zu helfen, wo es geht“, sagt Krombacher-Sprecher Peter Lemm.

Wenig überraschend: Das Exportgeschäft der Siegerländer hat gelitten. Rund 13,5 Prozent büßte Krombacher hier ein, nach deutlichem Umsatzanstieg im Vorjahr, insbesondere im europäischen Ausland. Krombacher exportiert in über 50 Länder der Welt.

Schweppes gewinnt weiter

Nach Aussage der Brauerei blieb der Flaschenbierabsatz recht stabil. Krombacher war demnach auch 2020 das Lieblingsbier der Deutschen, obwohl auch weniger Pils gebraut wurde (minus 6 Prozent). Erfreulich positiv haben sich nach Aussage der Brauerei die alkoholfreien Getränke wie das „0,0%“, Fassbrause (plus 16,3 Prozent) und Vitamalz (plus 9,2) entwickelt.

Seit rund 15 Jahren vertreibt Krombacher die Marke Schweppes mit Orangina und Dr. Pepper auf dem deutschen und österreichischen Markt. Hier ist das starke Wachstum trotz Krise ungebrochen: Der Ausstoß wuchs um 7,9 Prozent auf jetzt knapp 1,4 Millionen hl. Auch am Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 145 Millionen Euro mit den Sorten Indian Tonic Water und Dry Tonic Water sowie Bitter Lemon und Russian Wild Berry - alle auch als zuckerfrei Variante -, dürften die Siegerländer Freude haben. Um die ebenfalls krisengeplagte Trend- und Systemgastronomie zu unterstützen, engagiert sich Krombacher bei der Crowdfunding-Kampagne „Support your local Bar“. Neben Geld für den Hilfstopf wurde beim Aufbau der Onlineplattform geholfen. Krombacher engagierte sich 2020 auch mit Ethanolspenden und einer Millionenspende für den DRK-Corona-Nothilfefonds.

„Auch die erste Jahreshälfte 2021 wird voraussichtlich weiterhin von den Auswirkungen der Pandemie bestimmt sein“, blickt Krombacher-Marketingvorstand Uwe Riehs auf ein „herausforderndes Jahr“.

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