Gehalts-Check

Wo Fachkräfte im Revier am besten und am wenigsten verdienen

Am meisten verdienen Fach- und Führungskräfte im Revier in Mülheim.

Am meisten verdienen Fach- und Führungskräfte im Revier in Mülheim.

Foto: Lino Mirgeler, dpa

Essen.   Das Gehalt ist auch eine Frage des Ortes und das Ruhrgebiet keine Hochlohn-Region. Mülheimer Arbeitgeber zahlen am meisten. Die Städte-Statistik.

Mülheim, Bochum und Essen können im Kampf um teure Fachkräfte noch einigermaßen mithalten, Duisburg und Gelsenkirchen nur bedingt. Denn wer wieviel verdient, hängt nicht allein vom Beruf und der Position ab, sondern maßgeblich auch vom Sitz des Arbeitgebers. So erhalten Fach- und Führungskräfte zwar ohnehin überdurchschnittliche Gehälter, aber in den Wirtschafts-Metropolen noch einmal deutlich mehr als anderswo. Die Großstädte im Ruhrgebiet liegen in diesem Ranking mehr oder weniger weit zurück.

Am besten gezahlt wird in der Bankenmetropole Frankfurt am Main, wie aus dem jüngsten Gehaltsreport der Online-Jobplattform Stepstone hervorgeht. In der Mainmetropole verdienen vor allem Finanz- und IT-Experten überdurchschnittlich, Fach- und Führungskräfte im Schnitt 73.200 Euro im Jahr. Bereits mit einigem Abstand folgen München (70.600) und Stuttgart (68.000) vor der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf (66.800).

Moderates Lohnniveau als Argument für Ansiedlungen

Wie eine Auswertung der Revierstädte für unsere Redaktion ergab, zahlen im Ruhrgebiet die Arbeitgeber in Mülheim ihren Fach- und Führungskräften mit 61.100 Euro im Jahr noch am meisten, in Oberhausen (60.100), Bochum (60.000) und Essen (59.500) nur unwesentlich weniger. Dortmund (58.200) und Duisburg (56.700) sind schon etwas abgeschlagen, Gelsenkirchen mit 49.900 Euro ist am weitesten entfernt von den attraktivsten Hochlohn-Großstädten.

Umgekehrt ist das vergleichsweise moderate Lohnniveau auch bei Fach- und Führungskräften in Verbindung mit deutlich niedrigeren Büromieten und Lebenshaltungskosten als etwa in München oder Hamburg ein Argument für Unternehmen, sich im Revier anzusiedeln.

Der Gehaltscheck von Stepstone fußt auf Daten von bundesweit 85.000 Fach- und Führungskräften. Erfasst werden auch unterschiedliche Bezahlungen bei vergleichbaren Tätigkeiten und Positionen. So liegt Frankfurt nicht nur wegen seiner Bankendichte vorn, sondern vor allem, weil die entsprechenden Jobs dort auch höher entlohnt werden. Düsseldorf ist dagegen ein Top-Standort für Vertriebsprofis und Marketing-Experten. In Essen werden wegen der Dax-Schwergewichte Eon und RWE die besten Gehälter innerhalb der Energiewirtschaft gezahlt, Dortmund punktet bei Ingenieuren und Versicherungs-Experten.

Die Werte sind nicht vergleichbar mit den allgemeinen Durchschnittsverdiensten, die auch die im Ruhrgebiet stark vertretenen Niedriglohnbranchen enthalten. So liegt der Durchschnittslohn eines Vollzeit-Beschäftigten über alle Branchen in den meisten Revier-Städten etwa bei 3300 Euro im Monat, was je nach Urlaubs- und Weihnachtsgeld einem Jahresbrutto von gut 40.000 Euro entspricht.

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