Commerzbank

Zinsflaute: Jeder Anleger verlor seit 2010 über 1600 Euro

Um Zinsen und Renditen ist es für Anleger seit geraumer Zeit schlecht bestellt.

Um Zinsen und Renditen ist es für Anleger seit geraumer Zeit schlecht bestellt.

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Schöning

Düsseldorf.  Die Commerzbank in NRW sieht sich als Profiteurin der wachsenden Bereitschaft, das Geldhaus zu wechseln. Zinsflaute trübt Akquise neuer Kunden.

Angesichts steigender Bankgebühren nimmt offenbar die Bindung der Kunden zu ihrem angestammten Geldinstitut ab. „Die Bereitschaft zum Wechsel der Bankverbindung ist so hoch wie nie zuvor. Fast jeder zweite Kunde unter 35 Jahren denkt über einen Bankwechsel nach“, sagt Mario Peric, Bereichsvorstand für Privat- und Unternehmerkunden bei der Commerzbank in NRW.

Von dem Wechseltrend konnte die Commerzbank im vergangenen Jahr profitieren. In Nordrhein-Westfalen wuchs ihr Geschäftsvolumen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 78,6 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben gewann die zweitgrößte deutsche Privatbank in der Region netto 63.527 neue Kunden hinzu – 48 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wichtiger Erfolgsfaktor war auch 2019 das kostenlose Girokonto. Dieses werden wir weiterhin anbieten – sehr zum Ärger mancher Wettbewerber“, erklärt Peric.

Verbraucher wollen wenigstens bei den Gebühren sparen, wenn sie schon keine Zinsen mehr für ihr Erspartes erhalten – und das seit nunmehr zehn Jahren. „Bei null Prozent Zinsen und 1,5 Prozent durchschnittlicher Inflation haben Kunden auch 2019 wieder einen Teil ihres Vermögens verloren“, so der Bereichsvorstand. Nach seinen Berechnungen hat jeder Bundesbürger aufgrund der Zinsflaute seit Ende 2010 im Schnitt insgesamt 1638 Euro verloren.

Commerzbank rechnet mit Rezession im ersten Halbjahr

„Jeder Anleger muss sich überlegen, ob er seine Anlagen unverzinst auf einem Tages- oder Festgeldkonto belässt - das gilt auch in der derzeitigen Krise“, meint Peric. Experten der Commerzbank erwarten nach einer Rezession im ersten Halbjahr bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine Erholung in der Realwirtschaft und damit auch an den Börsen.

Auch im Segment der Firmenkunden verzeichnete die Commerzbank in NRW 2019 Wachstum. Nach Angaben des zuständigen Bereichsvorstands Stefan Otto stieg die Zahl der geworbenen Mittelständler um 830. „Bei Finanzierungen für den Mittelstand in der Region sind wir mit unserem Kreditvolumen um sechs Prozent gewachsen“, so Otto. Vor allem das in Nordrhein-Westfalen für die Firmen so wichtige Auslandsgeschäft wuchs. Nach seinen Angaben sicherte die Commerzbank ein Volumen von rund vier Milliarden Euro für internationale Handelsfinanzierungen ab. Der Anstieg um 7,1 Prozent liege deutlich über dem Bundestrend, betont Otto.

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