MAHLZEIT IN BOCHUM

Im Restaurant „Zum Grünen Gaul“ wird der Herrgott beschissen

Heftig deftig: Zum Grünen Gaul in Bochum

Heftig deftig: Zum Grünen Gaul in Bochum

Foto: Maren Schürmann

Nun müssen alle tapfer sein, die fasten: Das Restaurant „Zum Grünen Gaul“ in Bochum bietet mit Tatar, Bratwurst, Kotelett ein tierisches Angebot.

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Wer es nicht so genau nimmt, wie der Legende nach einige Mönche, der bestellt „Herrgottsbescheißerle“. Auch wir nehmen diese Maultaschen, die das Fleisch nicht nur für den lieben Gott „unsichtbar“ machen. Aber nur auf den ersten Blick. Denn im Nudelteig ist eine schöne Portion Hack versteckt. Die Taschen liegen in kräftigem Kalbs-Sud, darüber: geröstete Zwiebeln. Deftig und richtig gut.

Nach der Vorspeise (9,50 €, groß mit gemischtem Salat: 18,50 €) müssen wir warten. Seit 18 Uhr sitzen wir im urigen Schankraum, dort heißt es: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Tags zuvor wollte ich noch für den schmucken Restaurantsaal reservieren. Aber alle Tische waren schon besetzt. Eine Viertelstunde nach unserem Ankommen ist auch im Schankraum kein Platz mehr frei. Bedienung und Vorspeise kommen zügig. Aber dann...

Eineinhalb Stunden warten auf den Hauptgang

Eineinhalb Stunden sitzen wir nun auf Hockern am Hochtisch. Aber der Hauptgang lässt auf sich warten. Wir werden fast grün vor Neid, als die duftenden Teller zu Leuten getragen werden, die später bestellt haben. Alle anderen werden bedient – unsere Wartezeit scheint eine Ausnahme zu sein. „Woran liegt’s?“, erkundigen wir uns beim Kellner. Kaum gefragt, wird unser Essen gebracht.

Meine Begleitung ist zufrieden mit seinem „Rosa Rindsteak ,Strindberg’ von der Allgäuer Färse“ (28,50 €). Das Fleisch ist zart, die Zwiebel-Senfkruste gelungen. Die Bratkartoffeln sind nicht die allerbesten, die ich je probieren durfte, aber schön knusprig. Und auch der Beilagensalat ist frisch und knackig.

Dass ein Gericht auch ganz ohne Fleisch deftig schmecken kann, ohne dass man jemanden „bescheißerlen“ muss, zeigt mein Hauptgericht: Die Wirsingroulade ist gefüllt mit Nüssen und Dinkel, Grünkern und Pilzen – äußerst schmackhaft. Das Kohlblatt hat noch angenehm Biss. Dazu: Kartoffel-Möhrenuntereinander und Rübenkraut-Sud (15,50 €). Alles ist sehr gut abgeschmeckt. Frische Kresse dazu – wunderbar!

Buchteln mit Pflaumenmus und Vanillesoße als Dessert

Die Portionen überfordern nicht, so dass ich noch ein Dessert bestelle: „Buchteln mit Pflaumenmus und Vanillesoße“ (8 €). Schon als Kind habe ich diese Ofennudeln geliebt. Ich hoffe, meine Oma verzeiht es mir: Aber das lockere Hefeküchlein vom Grünen Gaul schmeckt noch besser.

Info: Zum grünen Gaul, Alte Hattinger Straße 31, Bochum, in der Nähe des Theaters, Montag Ruhetag, zumgruenengaul.de

Küche:
Traditionelle deutsche Gerichte, zum Teil neu interpretiert. Kleine Karte mit deftigen Fleischgerichten, aber auch mit gelungenem Veggie-Angebot.

Ambiente:
Im „Grünen Gaul“ sind die Wände teils grün gekachelt. Schick ist der Saal mit der goldenen Decke, urig der Schankraum mit Theke und Wein-Regal.

Service:
Anfangs auf Zack. Aber dann wurde es an diesem Samstag so voll, dass die Küche bei den Bestellungen nicht nachkam. Wartezeit einplanen.

Preise:
Fürs Gebotene sehr fair. Panierte Koteletts vom Mangalitza-Schwein: 19,50 €, Forelle Müllerin: 18,50 €, Wein: 0,15 l ab 4,80 €, Bio-Solei: 2 €.

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