Kolumne

Jasis Woche: Intervallfasten - oder lieber acht als 16

Lesedauer: 3 Minuten
Jacqueline Siepmann schreibt „Jasis Woche“.

Jacqueline Siepmann schreibt „Jasis Woche“.

Foto: Foto: NRZ / Funkegrafik

Essen.  Die einen üben gerade Verzicht wegen der Fastenzeit. Und die anderen? Sind fit und womöglich sogar glücklich (zumindest einige) mit 16:8.

Sind bei Ihnen auch gerade alle im 16:8-Modus? Das ist ja so ein Trend, der momentan massiv um sich greift. Es kann einem passieren, dass in einem Videocall unter den ungewohnt pausbäckigen Gesichtern und vielen Neupummeligen plötzlich jemand hervorsticht, der einem euphorisiert, fit und erschlankt erscheint, und wenn man sich dann erkundigt, ruft die (oder der) einem ein beschwingtes „16:8. Mach doch mit!“ entgegen. Es kann aber genauso geschehen, dass Sie auf einem der weitgehend ausgestorbenen Flure Ihres Arbeitsplatzes ausnahmsweise mal einem Kollegen begegnen, der sogar aus der (notwendigen und angemessenen) Ferne ausgezehrt und vor allem übelgelaunt aussieht. Auf Nachfrage brummt er dann was von 16:8. Die besonders Schlechtgelaunten sind meist die gezwungenermaßen Mitmachenden (beiderlei Geschlechts), weil sie durch andere Familienmitglieder quasi dazu genötigt werden, sich dem 16:8-Modell anzuschließen.

Im einen oder anderen Intervall

Die Trendsetter und Gesundheitsbewussten unter Ihnen wissen natürlich längst, dass es sich bei 16:8 nicht um ein neues Fernsehformat handelt, sondern um die Zeiträume von Nahrungsaufnahme und Verzicht. Das gibt’s schon lange, früher nannte man es nur Intervallfasten, was für heutige Verhältnisse ein bisschen zu langweilig klingt. „Ha, das praktiziere ich doch längst. Ich esse 16 Stunden lang leckere Sachen und acht Stunden am Tag schlafe ich sowieso, da faste ich dann automatisch. Ich verstehe nur nicht, warum ich vom Idealgewicht so weit entfernt bin“, habe ich mal zu jemandem gesagt, der gerade die 16:8-Diät praktizierte. War ein Scherz. Überzeugte Intervallfaster finden derartige Kommentare nicht lustig, was zum einen daran liegt, dass da natürlich auf üble Weise die Fakten verdreht werden, und zum anderen wahrscheinlich auch daran, dass sie sich gerade in Stunde 15 ihrer täglichen Abstinenzphase befinden und sich nach nichts mehr sehnen als einem dick mit Butter bestrichenen Croissant oder einer Schweinshaxe.

Obwohl auch das wahrscheinlich wieder nur die suggestive Phantasie einer völlig Ahnungslosen ist. Schließlich habe ich mich ja noch nie mit 16:8 versucht. (Und bitte sagen Sie jetzt nicht, dass mir das wahrscheinlich nicht schaden würde).

Schwarzwälder Kirschtorte als Vision

Meine höchste Stufe des Verzichts besteht darin, jedes Jahr in der Fastenzeit sieben endlose und unerfreuliche Wochen lang keine Süßigkeiten zu essen, während ich bis kurz vor Schluss unentwegt von Trüffelpralinen, Schwarzwälder Kirschtorte und Mäusespeck halluziniere. Erst in der letzten Woche ergreift mich eine Art Hochstimmung. Und dann kommt auch schon Ostern. Was heißt: kiloweise Schoko-, Nougat- und Marzipaneier und zum Frühstück frischgebackener Hefezopf. Wenn man das alles intus hat, schafft der Körper spielend 16 Stunden Essenspause...

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