Verstecke

Kommissar über unnütze Verstecke für Geld und Schmuck

Nicht zum Nachahmen empfohlen: Schmuggler hatten im Jahr 2013 Schoko-Osterhasen als Geldversteck präpariert

Nicht zum Nachahmen empfohlen: Schmuggler hatten im Jahr 2013 Schoko-Osterhasen als Geldversteck präpariert

Foto: Boris Roessler, dpa

Dortmund.   Markus Schettke von der Dortmunder Polizei nennt unglückliche Verstecke für Wertsachen und gibt Tipps, damit Einbrüche noch weniger werden.

Die Perlenkette, die goldene Uhr oder die 200 Euro vom letzten Geburtstag – jeder weiß, dass man einem Dieb solch ein Angebot nicht offen auf dem Küchentisch präsentieren sollte. Aber wo verbirgt man seine Wertsachen am besten? Markus Schettke, Sicherheitstechnischer Fachberater bei der Polizei in Dortmund, hat die Erfahrung gemacht, dass viele Leute meinen, sie hätten sich ein besonders kluges Versteck ausgedacht. „Aber was sich viele überlegt haben, ist schon längst bekannt“, warnt der Kriminalhauptkommissar.

Wertsachen in der dreckigen Wäsche

Ob in der Blumenvase oder unterm Blumentopf, unter der Matratze oder in der Kissenhülle – alles kein Problem für einen Einbrecher. „In die Unterwäscheschublade wird gerne die rote Schmuckschatulle gelegt“, so der 52-Jährige. Das ist kein Versteck. Ebenso wenig, wenn Wertsachen unter die Wäsche geschoben werden, die dreckig und müffelnd im Korb liegt. Hat der Täter keine Hemmungen, da reinzugreifen? „Hat er nicht!“

Zuckerdosen, Kekspackungen oder Pralinenschachteln werden gerne als Tresor genutzt. Aber der ist ach so leicht zu knacken. Auch eine abgeschlossene Schublade wird keinen Dieb abhalten, erklärt der Fachmann während seinen Beratungen.

Hinter einen Bilderrahmen ist auch schnell geschaut. Und wer glaubt, mit der DVD-Hülle ganz weit vorne bei den sicheren Verstecken zu liegen, den muss Schettke ebenfalls enttäuschen.

Selbst wenn jemand 300 DVD-Hüllen besitzt? „Es kommt immer darauf an, wie viel Zeit ein Täter hat.“ Wenn er kein Gelegenheitsdieb ist, sondern weiß, dass es etwas zu holen gibt, dann macht er sich die Arbeit.

Immer wieder hört Schettke von einem angeblich sicheren Trick, dass man auf den Küchentisch 50 Euro legen soll, als Angebot für den Dieb, das Geld zu nehmen und wieder zu verschwinden. „Das ist ein völlig abstruser Gedanke. Diesen Deal wird ein Einbrecher nicht eingehen.“ Da wird er eher vermuten, dass es einen Grund für dieses Angebot gibt: In der Wohnung ist noch mehr zu holen. Der Kommissar empfiehlt stattdessen, Wertsachen, die man nicht oft braucht, in ein Schließfach bei der Bank zu legen.

Kreative Verstecke in der Wohnung

Aber gibt es denn überhaupt keine guten Verstecke in den eigenen vier Wänden? „Die gibt es, aber die sind von Wohnung zu Wohnung verschieden.“ Und eine Anleitung für Diebe will Schettke natürlich nicht geben. Er rät auf jeden Fall zur Diskretion. Das tollste Versteck bringt nichts, wenn man damit auf Feiern prahlt. „Das weckt dann vielleicht Begehrlichkeiten beim spielsüchtigen Verwandten.“

Ein Tresor sei noch am besten. Allerdings keiner, den sich ein Einbrecher unter den Arm klemmen kann. 200 kg sollte er schwer sein (DIN-Norm 1143-1). „Ich habe schon zweimal erlebt, dass ein 100-kg-Tresor rausgeschleppt wurde.“ Alternativ: ein fest im Mauerwerk verankerter Tresor. Wichtig sei zudem, dass er nicht einfach nur mit einem Schlüssel abzuschließen ist. Eine Zahlenkombi sei da sicherer.

Die Polizei bietet eine kostenfreie Beratung zum Einbruchschutz an. Dafür kann man sich bei der Zentrale des Polizeipräsidiums der jeweiligen Stadt melden. Die Menschen würden zunehmend sensibler mit diesem Thema umgehen. „Das macht sich bemerkbar“, so Schettke. „Die Zahl der Einbrüche geht zurück.“

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