Mahlzeit

Mahlzeit: Menü-Karussell im „Green Olive“ Gelsenkirchen

Foto: Foto: LvG

Große Hotels können auch filigrane Küche. Sonst beherbergt das „Green Olive“ an Schalkes Arena Fans, derzeit kocht es fürs Menü-Karussell.

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Kaum zu glauben, aber das Menü-Karussell 2019 dreht an diesem Wochenende schon seine letzte Runde. Meine letzte Kulinarik-Kirmes dieser Saison habe ich im „Green Olive“ absolviert. Mich hat einfach interessiert, wie ein so großes Haus mit ganz anderem Schwerpunkt das ehrgeizige Vier-Gang-Menü schultert.

Das „Green Olive“ in Gelsenkirchen ist nämlich so ziemlich das Gegenteil eines stillen kleinen Restaurants. Es ist das große Hotel gleich neben der Schalker Arena. Am Wochenende also ein Haus voller Fans (oder Gegner), aber auch Seminarhotel oder Übernachtungsadresse, wenn Schlagergöttinnen das Stadion gegenüber füllen.

In unserem Gastro-Test schlägt sich das Hotel-Restaurant sehr respektabel

Ich muss sagen: Das zur Court­yard/Marriott-Gruppe gehörende Hotel hat sich im Test gut geschlagen. Das lag nicht nur an Robin, einer ausgesprochen munteren Service-Kraft, und seinen Kollegen. Die Küche streckt sich fürs Menü respektabel nach der Decke. Für 52 € samt begleitender Weine, die alles andere als knausrig ausgeschenkt wurden, eröffnete den Reigen der guten Dinge ein butterzartes Carpaccio vom Wildschwein. Als Aroma-Gag eskortiert Balsamico-„Kaviar“: Kügelchen, die auf dem Gaumen platzen und erfrischend-fruchtige Säure beisteuern. Der rheinhessische Grauburgunder zum ersten Gang ist sicher kein großes Gewächs, aber ein richtig runder Schoppenwein, der schmeckt.

Deutlich mehr Kraft hätte im zweiten Gang die „Samtsuppe“ von der Schwarzwurzel verdient, dennoch schön, dieses wunderbare Wintergemüse zu genießen. Karamellisierte Walnüsse geben dem Süppchen knusprige Süße, ein Topping von Goji-Beeren einen sauren Knalleffekt.

Edelmürbes Bugstück vom deutschen Rind im Mittelpunkt des Vier-Gang-Menüs

Hervorragend die Qualität des Hauptdarstellers. Wir freuen uns der edelmürben Güte eines Bugstücks vom deutschen Rind. Das Steak ist „Dry Aged“-Qualität, kalt (und sehr herzhaft) geräuchert und wird im rosigen Idealzustand serviert. Prachtvoll, was wir gern auch vom Gemüse gesagt hätten, doch hier waltete (trotz schönem Biss) leider Salz im Übermaß. Aber das sind kleine Patzer in einem insgesamt überzeugenden Auftritt, den zum Finale ein vielseitiger Dessert-Teller bestätigte.

Ein so großer Laden muss sich natürlich breit aufstellen. Nach dem Test hätte ich durchaus Lust, das auszuprobieren. Am wöchentlichen Pasta-Dienstag für 11,11€ etwa oder dem mediterranen Buffet (25,50€) mit Live-Musik von Luis Gonzales.

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Küche: Eigentlich müssten das dreieinhalb Sterne sein, haben wir aber nicht. Also drei mit Luft nach oben: Ambitioniert mit kleinen Schwächen. Reizvolle Buffet-Angebote.

Ambiente: Bei so einem großen Haus hat die Verzehr-Ebene halt auch die Aura eines großen Frühstücksraums. Recht schöne Tische am Fenster.

Service: Erfrischendes Team mit Witz. Aufmerksam und auch bei Extrawünschen offen. Ein bisschen mehr Kenne (bei Wein etwa) dürfte noch
kommen.

Preise: Die Karussell-Preise sind ja außer der Reihe. Ansonsten preisfair mit saisonal wechselnden Schwerpunkten vom Burger-Monat bis Spargelaktion.

Green Olive, Parkallee 3, Gelsenkirchen, 0209-860121. www.green-olive.de

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