Mahlzeit

The Burger Club: Der vollmundige Burger-Sprech

Man beachte die Schorlen – ein sehr schöner Randaspekt bei „The Burger Club“ in Essen.

Man beachte die Schorlen – ein sehr schöner Randaspekt bei „The Burger Club“ in Essen.

Foto: mar

Essen.   Speisekarten von Restaurants versprechen oft mehr als die Gerichte einhalten. Bei Burger-Buden ist das sehr auffällig. Wie etwa beim Burger Club.

Der Trend ist nicht zu Ende: Es gibt in unserer Region immer noch Burger-Läden, die wir bisher nicht vorgestellt haben: The Burger Club in Essen – in Mülheim gibt es diesen Anbieter ebenfalls. Ich beiße in den „Mediterran Burger“ (8,90 €, Menü 11,90 €). Die Beschreibung klang verlockend: „Brot: Vollkorn, 200 Gramm Fleisch Patty. Mit hausgemachter Sour Cream Sauce, Bruschetta Mix, Schafskäse, Salat, Cheddar Käse“. Bei „Bruschetta“ stelle ich mir fruchtige Tomaten vor, die wie beim Italiener in kleinen Stücken und mit Kräutern und Knobi verfeinert auf knusprigem Brot gereicht werden. Hier heißt „Bruschetta“ jedoch: eine Tomatenscheibe.

Das Brötchen ist zwar nicht so labberig wie oft bei vielen anderen Burgern, doch das dunkle Brot mit ein paar Leinsamen und Sesam oben drauf als „Vollkorn“ zu bezeichnen, halte ich trotzdem für gewagt. Auch die Salatblättchen würde man woanders in der Speisekarte nicht mal als „Salatdekor“ erwähnen. Das Rindfleisch – und darauf kommt es Burger-Essern schließlich an – ist zwar etwas dunkel geraten, aber geschmacklich sehr in Ordnung.

„Leckeres Fleisch“ scheint nicht zu reichen

Es wäre unfair, die Kritik an der übertriebenen Burger-Beschreibung nur dieser Bude vorzuwerfen. Der Hang zur Ausschweifung ist weit verbreitet in der Buletten-Szene, vielleicht weil man sich von der Masse abheben muss. „Leckeres Fleisch“ allein scheint nicht zu reichen.

Meine Begleitung nimmt „El Sombrero“ (10,90 €, Menü: 13,90 €) – die mexikanische Variante. Auch er ist mit dem Fleisch zufrieden. Allerdings sind Nachos auf einem Burger keine gute Idee. Einerseits bekommt man sie mit dem Messer kaum geschnitten, andererseits weichen sie auf und schmecken pappig.

Die Beilagen überzeugen

Die Beilagen überzeugen uns mehr: Die Ringel-Fritten „Curly Fries“ sind knusprig (2,90 €), der Dip „Sweet Curry“ (0,80 €) ist gelungen. Und der Krautsalat (2,90 €) schmeckt knackig, das Dressing ist sahnig, aber nicht zu ölig.

Oft wird in Burger-Buden ein klebriger Sirup-Mix als Schorle verkauft. Aber hier schmeckt „Maracuja-Ingwer“ (2,90 €) schön fruchtig. Ein Lob gibt’s auch für die hausgemachte Limo (3,50 €): sehr zitronig, nicht zu süß. „Frische Lebensmittel, gesund zubereitet“, erklärt der Club vollmundig im Internet. Wie die Küche das Versprechen etwa beim Nachtisch einlösen will, bleibt mir aber ein Rätsel: Frittierter Schokoriegel (4,90 €).

The Burger Club, Frohnhauser Str. 269, Essen, theburgerclub.de, 0201 / 55981266. In Mülheim: Friedrich-Ebert-Straße 70-72

Küche: Szenige Burger-Küche, auch vegetarische Speisen. Besser als Fastfood-Läden, aber von der breiten Masse kann sich der Club nicht abheben.

Ambiente: Amerika lässt grüßen: mit Showgrößen auf Fotos und einem Route-66-Schild an der Holzwand. Hingucker: die Türklinke in Form eines Fleischerbeils.

Service: Für Kinder gibt es kleinere Burger (100g, 4,90 €). Bestellt wird am Tisch, bezahlt wird an der Kasse. Die Burger kann man über Lieferando ordern.

Preise: Cheeseburger: 7,90 €. Jeden Burger gibt es auch als Menü mit Fritten und Softdrink. Wer Schorle nimmt, zahlt etwas mehr. Mo. - Fr. 11.30 - 16 Uhr Menüs: 10 €.

Noch mehr Burger-Buden:

Beef Brothers

Burgerheart

Und hier noch eine schöne Alternative:

Die Burrito-Bude The Oak

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