Kostenlose Apps

Wenn die Smartphone-App Kinder in den Schlaf singt

Apps können im stressigen Familienalltag beim Organisieren helfen, doch nicht alle sind dafür geeignet.  

Foto: getty

Apps können im stressigen Familienalltag beim Organisieren helfen, doch nicht alle sind dafür geeignet.   Foto: getty

Essen.   Kostenlose Apps können das Familienleben erleichtern, denn mit ihnen lässt sich vieles organisieren. Eine Auswahl davon haben wir uns angeschaut.

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In vielen Familien mit jugendlichen Kindern sind sie oft Streitpunkt: Smartphones. Wenn der Nachwuchs auch beim Abendessen nicht die Finger vom Bildschirm lassen kann, ist Ärger garantiert. Dass Smartphones nicht nur zur eigenen Unterhaltung dienen können, sondern auch dazu, den Familienalltag besser zu organisieren, beweisen kostenlose Apps. Dabei reicht die Spanne der Angebote von Terminkalendern über Beruhigungsmusik für Babys bis hin zu Karten, die die kinderfreundlichsten Orte der Umgebung zeigen. So kann viel von unterwegs geplant werden. Damit bleibt mehr Zeit für die Familie – auch im sonst stressigen Alltag. Eine Auswahl.

Baby-Places

50 000 Downloads,14,69 MB

Diese App soll dabei helfen, die besten kinderfreundlichen Orte in der Umgebung zu finden. Also Wickelplätze, Spielplätze oder Restaurants, in denen quengelnde Babys oder stillende Mütter sich wohlfühlen. Auf einer Google-Maps-Karte sind die Orte eingezeichnet. Die Suche kann mit einem Klick auf die Leiste links eingeschränkt werden, wenn zum Beispiel nur die besten Kinderärzte angezeigt werden sollen. Laut den Entwicklern lebt die App vom Austausch zwischen den Nutzern. So können Plätze bewertet und als Favorit abgespeichert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Orte, die die App noch nicht kennt, neu hinzuzufügen.

Nach eigenen Angaben sind bereits über 200 000 Plätze in der Anwendung hinterlegt, sie befindet sich noch im Aufbau. Praktisch ist die App für den Urlaub. Auf der ganzen Welt sind Orte eingezeichnet, sogar im australischen Sydney. Die Ortung klappt allerdings nicht immer einwandfrei. Im Zweifel müssen Nutzer manuell bis zur gewünschten Stadt scrollen.

CEWE fotowelt

1 Mio. Downloads, 46,66 MB

Was gehört zum Urlaub mit den Kindern unbedingt dazu? Oma und Opa aus der Ferne eine Karte zu schreiben. Wer aber auf die immer gleich aussehenden Landschaften auf den handelsüblichen Postkarten verzichten möchte und auf individuelle und persönlichere Grüße besteht, kann die Karte mit der CEWE-fotowelt-App selbst gestalten. Einfach ein Foto mit dem Smartphone erstellen, hochladen, gestalten und abschicken. Fertig.

Das Urlaubsfeeling kommt jedoch nicht ganz rüber: Die Postkarte wird in Deutschland hergestellt und auch verschickt. Innerhalb von drei Werktagen ist sie an ihrem Ziel angekommen. Auch wenn die App kostenlos ist: Für die Karte und das Porto muss der Nutzer trotzdem 1,69 Euro zahlen. Außerdem ist der Text nicht handgeschrieben, sondern wird gedruckt. Weil neben Postkarten auch sämtliche andere Bestandteile der Produktpalette angeboten werden, verbraucht die App mit fast 47 MB relativ viel Speicherplatz.

FamilienApp – Bundesministerium für Familien Österreich

10 000 Downloads, 4 MB

Die FamilienApp des österreichischen Familienministeriums ist auch für deutsche Eltern interessant, denn sie bietet viele praktische Extras. Weil die App im Rahmen einer Elternbildungs-Initiative veröffentlich wurde, ist der Ratgeber-Anteil der Anwendung dementsprechend groß. Die App informiert umfassend zu allen möglichen Familienthemen und gibt einen guten Überblick. So sind Schule und Pubertät Thema, wie auch späte Schwangerschaft und Adoption. Checklisten und zusätzliche Tipps runden das Angebot ab.

Ein Terminkalender erinnert an die nächsten Impfungen und Untersuchungen der Kinder. Zusätzlich gibt es einen Überblick, der zeigt, wann der Pieks in den Arm gegen welche Krankheit empfohlen wird. Was die Gesetze und Impfempfehlungen angeht, ist aber Vorsicht geboten, denn dort gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich.

Famanice

100 000 Downloads, 22,67 MB

Famanice soll die Familie komplett vernetzen, ob mit dem Smartphone oder dem PC. Im Grunde ist die App ein digitalisierter Familienkalender. Doch sie kann noch mehr: Über ein integriertes Chatprogramm können Nachrichten verschickt werden. Mit der Funktion namens „Schule“ können Stundenpläne und Prüfungstermine erstellt und eingesehen werden. Theoretisch haben sogar alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse darauf Zugriff, wenn sie alle bei der App angemeldet sind. Der Teilnehmerzahl ist kein Limit gesetzt. Sogar das Einkaufen kann organisiert werden. Mit einem Algorithmus berechnet die App, welche Lebensmittel häufig gekauft wurden und hilft so ratlosen Nutzern bei der alltäglichen Qual der Wahl vor dem Supermarktregal. 500 Artikel sind bereits vorerfasst.

Mit der Pro-Version (2,99 Euro pro Monat) können weitere Features freigeschaltet werden. Familienmitglieder dürfen sich gegenseitig Aufgaben zuweisen und werden per E-Mail daran erinnert. Zusätzlich sind noch andere Kalender (zum Beispiel der aktuelle Spielplan der Fußball-Bundesliga) in die App integrierbar. Derzeit wird an einer Offline-Funktion gearbeitet, damit die App auch unabhängig von Serverproblemen funktioniert. Die App ist übersichtlich gestaltet und ist eine Organisationshilfe im Alltag. Damit sie ihren Sinn komplett erfüllt, müssen allerdings alle Familienmitglieder einzeln angemeldet sein – also auch ein Smartphone besitzen. Das bietet sich für Familien mit kleinen Kindern, die zu jung für ein Smartphone sind, nicht an.

Sleepy Sounds

1 Mio Downloads, 9,69 MB

Mit dieser App soll das Baby besser einschlafen können. Naturgeräusche oder Weißes Rauschen, das viele noch von alten Fernsehern kennen, die keinen Empfang haben, sollen das Baby beruhigen. Ebenso vertreten in der App sind klassische Einschlaflieder, die allerdings klingen, als hätte sie ein Alleinunterhalter mit dem Keyboard eingespielt. Beim Weißen Rauschen gibt es die Wahl zwischen Regen, Vakuum (Staubsauger), Föhn und Wäschetrockner. Mehr Ruhe gibt es bei den Naturgeräuschen, die sehr realistisch klingen. Nutzer können alternativ ihre selbst gesungenen Einschlaflieder aufnehmen und abspielen, jedoch wird das Abspielen unterbrochen, sobald jemand anruft.

Wie gesund es für das Kind ist, beim Einschlafen ein aktives Smartphone neben sich zu haben, darf aufgrund der Handystrahlung in Frage gestellt werden. Mit einem Timer kann festgelegt werden, wie lange das Baby in den Schlaf gesungen werden soll. So muss das Handy nicht die ganze Zeit bei dem Kind bleiben, sondern nur so lange, wie es zum Einschlafen braucht. Am Schluss stellt sich die Frage, wer eine App wie diese braucht. Wird ein Kind wirklich einschlafen, wenn die Stimme der Mutter durch ein Handy schallt? Ein Smartphone kann das echte Singen und die Körperwärme der Eltern nicht ersetzen.

Mamikreisel

Über 1 Mio Downloads, 13,57 MB

Kinder werden schnell groß. Schneller, als es sich Mama und Papa wünschen. Doch wohin mit den vielen Kleidungsstücken, die nicht mehr sitzen? Schließlich können nicht alle als Erinnerung aufgehoben werden. Über Mamikreisel lässt sich die zu kurz geratene Kleidung verkaufen. Gleichzeitig können Eltern über diese Plattform neue und größere Pullover von anderen Müttern und Vätern erwerben. Auch mit anderen Produkten kann gehandelt werden, wie zum Beispiel mit Kinderwagen.

Die App funktioniert wie die Homepage. Im Forum gibt es die Möglichkeit, Dinge zu tauschen oder komplett zu verschenken. Außerdem können sich Eltern dort über alle Belange rund ums Kind unterhalten. Mit fast 14 MB ist die App trotz ihres Umfangs schmal.

Wunderlist: To-Do-Liste

Über 5 Mio. Downloads, 13,14 MB

Wunderlist ist in erster Linie nicht für Familien gedacht. Trotzdem können ein paar Funktionen den Alltag mit Kind und Kegel erleichtern. Pläne und Einkaufslisten erstellen und mit anderen zusammen daran arbeiten – mit der App soll das gelingen. Benutzt werden kann der Dienst am Smartphone, Tablet oder PC.

Ein eigenes Chatprogramm gibt es innerhalb der App nicht, die Listen und Aufgaben können aber kommentiert werden. Listen bleiben auf Wunsch in Ordnern verstaut, so bleibt Berufliches und Privates strikt voneinander getrennt. Alle, die mitarbeiten, haben Zugriff auf die Listen.

Ähnlich wie bei Famanice werden in der kostenpflichtigen Pro-Version (4,49 Euro im Monat) Aufgaben zugewiesen. Ein unbegrenztes Hochladen von Dateien wie Fotos, PDF-Anhänge oder Präsentationen gehört ebenfalls dazu.

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