Toni

Ziemlich platter Frosch und ein dreckiger Monster-Gast

Foto: IKZ

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Hola amigos, ich hoffe ja bloß, dass das Leben auch bei Euch immer noch extremo maleable, also hochgradig geschmeidig ist. Und es Euch am Ende nicht so geht, wie dem rana, also dem Frosch bei uns vor der Hütte.

Herrchen hat Frauchen am Donnerstag gefragt, warum sie so beleidigt/traurig am Tisch sitzen und immer wieder „Ochotttochott“ und „ja, näh“ sagen würde. Und da hat sie ihm geantwortet, es wäre wegen dem rana, also dem Frosch. Genauer gesagt dem rana muerta, also dem toten Frosch. Noch genauer gesagt, dem rana rasa y muerta, also dem platten und toten Frosch.

Und weiter hat sie dann noch gesagt, dass der abends wohl „unten“ gewesen wäre und heute Morgen wäre er plötzlich „oben“ gewesen und dann nicht weniger plötzlich wieder unten. Und das sei eben ganz schön tragisch. Das haben aber zunächst einmal weder Herrchen noch ich verstanden. Also bin ich mal gucken bzw. riechen gegangen und habe in der Tat einen rana, also einen Frosch gefunden. Und zwar - auch das stimmte - einen ziemlich toten.

Passiert ist nach Herrchens und meiner Rekonstruktion offensichtlich folgendes: Frauchen hat abends die Jalousie in unserer Wohnhütte runtermacht und damit den Zufalls-Besucher Lurchi geplättet, der vielleicht dachte, dass es drinnen netter wäre als draußen und somit sich am Fensterrahmen schon mal in Positur gesetzt hatte.

Der hat natürlich nichts gesagt, weil ihm das wahrscheinlich auch irgendwie doof war - und hat stattdessen lieber die ganze Nacht unterm Rollo geklemmt. Um dann am nächsten Morgen erst einmal wieder mit nach oben zu fahren. Zumindest bis auf halbe Strecke. Dann ging’s wieder ganz plötzlich abwärts.

Frauchen hat das bei Tageslicht natürlich alles beobachte müssen und hatte plötzlich Schnappatmung. Ich habe mich eigentlich nur gewundert, dass ich nicht in meinen Garten sollte, um die Nachbarn zu begrüßen. Die kommen nämlich normalerweise morgens gar nicht in die Pötte, wenn ich nicht wenigstens mal eben „Hallöchen“ gesagt habe.

Es wurde mir übrigens bereits mehrfach berichtet, dass mein Vorgänger in Hütte und Amt von beiden sogar jeden Morgen - ich wiederhole: jeden Morgen! - eine Scheibe gekochten (Flug-)Schinken bekommen haben soll. Doch seit die beide Rentner sind, hängt das offensichtlich nicht mehr drin. Auch gut, wie bereits berichtet, bin ich sowieso auf Diät. Gesetzt worden!

Angeblich soll man schon sehen, dass ich - wenn ich vor Herrchen herlaufe - abgenommen habe. Vale, damit kann ich leben.

Wenn die Diät jetzt darin besteht, dass zusätzlich zu dem, was ich sonst ohnehin bekomme, auch noch so Hühnchen- oder Puten-Pömpel bekomme, weil die „noch nicht einmal fünf Prozent Fett“ haben, dann ist ganz okay. Geschmacklich nicht der quemador, also der Burner, aber schlecht eben auch nicht.

Apropósito: Wo wir eben so nett über „platt“ sprachen. Das war auch meine Cousine jetzt schon zum zweiten Mal, weil sie Überraschungs-Gastgeberin für einen

Monster-Gast war. Offiziell heißt der Bursche wohl perro pastor, also Schäferhund, aber wie ich höre, passt der kaum durch eine normale Tür.

Wenn er aber doch mal durchpasst, bringt er tonnenweise Dreck mit rein, weil er eben auch noch ein langhaariger perro pastor. Und was er so gar nicht von einem pastor hat, ist die Tatsache, dass er meiner Cousine ununterbrochen am Hinterteil rummacht. Vorwärts, rückwärts, schüffschnüff, olé! Aber sonst ist er natürlich so die Auskunft seiner Dosenöffner „ein gaaaaaz, gaaanz lieber Kerl“.

Da merkt die Gute jetzt erst mal, was sie an mir hat, wenn ich mal hin und wieder für ein paar Tage zu Besuch komme. Der Don im Haus erspart nun mal den caballero noble, also den edlen Ritter.

Hasta luego!

Euer Toni

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